Hintergrund
Was sind die Gründe für die Ernährungskrise?
Der Anstieg der Getreidepreise hat für viele Länder dramatische Auswirkungen. Internationale Organisationen befürchten bereits weiterere Unruhen hungernder Menschen wie in Haiti. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen sieht für die Krise mehrere Gründe.
In einigen Ländern, darunter Haiti, gab es in jüngster Zeit Aufstände der hungernden Bevölkerung wegen Lebensmittelknappheit, wodurch das Ausmaß der Ernährungskrise deutlich wurde. Für diese gibt es laut der Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mehrere Gründe.
1. Klimawandel: Die gestiegenen Getreidepreise sind in erster Linie ein Ergebnis des Klimawandels. Die Erderwärmung verhindert eine Steigerung der Getreideproduktion, während gleichzeitig vor allem in ärmeren Ländern die Weltbevölkerung stetig wächst. Dadurch sinkt das Angebot und die Getreidepreise steigen.
2. Vorräte:
Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind die weltweiten Getreidevorräte zudem so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Sie betragen derzeit rund 405 Millionen Tonnen und könnten im Jahre 2008 um weitere fünf Prozent sinken.
3.
Nachfrage:
Ein weiterer Grund für die Preisexplosionen ist die steigende Nachfrage der wachsenden Ökonomien China und Indien nach qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Angaben der FAO zufolge ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in China in nur 20 Jahren von jährlich 20 auf 50 Kilo gestiegen. Um ein Kilo Fleisch zu gewinnen, sind sieben Kilo Getreide nötig.
4.
Bio-Sprit:
Auch die immer beliebtere Nutzung von Bio-Kraftstoff hat Auswirkungen auf die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln. 100 Millionen Tonnen Getreide werden jährlich allein für die Herstellung von Ethanol oder Bio-Diesel verwendet. Nach Ansicht von FAO-Direktor Jacques Diouf müssten vor diesem Hintergrund die Vorteile von Bio-Sprit gegen die Nachteile und Auswirkungen auf die Landwirtschaft abgewogen werden.
5. Transportkosten: Der gestiegene Ölpreis schlägt sich auf die Transportkosten nieder. Das trifft die Länder, die Getreide für die Versorgung ihrer Bevölkerung importieren müssen, hart.
6. Märkte: Nicht zuletzt sind nach Ansicht der FAO auch Spekulationen auf den nationalen und internationalen Märkten, so zum Beispiel auf dem Getreidemarkt in Chicago, für die Preissteigerungen verantwortlich zu machen.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Milch: Die Bauern träumen von der Planwirtschaft
- Rohstoffe: Nur Zocker investieren in Kakao, Öl und Gold
- Energiekosten: Warum Sie jetzt schon mal Heizöl kaufen sollten
- Energiekosten: Warum Sie jetzt schon mal Heizöl kaufen sollten
- Preisalarm: Deshalb wird der Strom noch viel teurer
- Preissteigerungen: Whiskey wird in Deutschland deutlich teurer
-
24.05.2012Urheberrecht: Das Mittelstandsunternehmen BossHoss braucht das...
-
24.05.2012Griechenland-Umfrage: Linksbündnis Syriza überholt Konservative
-
24.05.2012Fluglärm: Tegel-Anwohner zwischen Gelassenheit und Entsetzen
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. Hochzeit in Berlin Bushido und Anna-Maria Lagerblom haben geheiratet
- 5. BER-Desaster Kontroll-Experte bemängelt Kompetenz des Aufsichtsrats














