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23.06.08

SPD und Linke

Schwan glaubt an rot-rote Annäherung

Gesine Schwan glaubt, dass sich in einigen Jahren SPD und Linke annähern könnten. In einem Interview weist die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten aber darauf hin, dass derzeit die Unterschiede dafür zu groß seien. Trotzdem will sie sich mit Linken treffen, um sie als Wähler zu gewinnen – ebenso wie die Grünen.

© DPA
Liebäugelt mit der Linken - SPD-Kandidatin Schwan.

Die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, hält langfristig eine Vereinigung von SPD und Linkspartei für möglich. "Es wird möglicherweise irgendwann eine Annäherung geben. Das wird aber noch Jahre dauern, denn im Moment sind die grundsätzlichen Unterschiede in vielen zentralen Fragen zu groß", sagte Schwan der "Bild"-Zeitung.


Mit Blick auf das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen sprach sich Schwan dafür aus, vor künftigen Wahlen Koalitionen nicht mehr grundsätzlich auszuschließen. "Die Politik muss mit den Ergebnissen einer Wahl klarkommen – ob sie will oder nicht. Und ich bin ganz sicher: In einem Fünf-Parteien-System werden wir diesbezüglich in Zukunft noch manche Überraschung erleben", sagte Schwan dem Blatt weiter. "Für die Parteien bedeutet das: Sie dürfen vor Wahlen nicht alle möglichen Koalitionen kategorisch ausschließen."

Schwan, die für die SPD in der Wahl des Bundespräsidenten als Kandidatin antritt, hatte bereits angekündigt, auch um die Stimmen der Linken werben zu wollen. Sie wolle den Abgeordneten der Partei demnächst ihre Vorstellungen genauer erläutern, schreibt die "Berliner Zeitung". Die Linke denkt darüber nach, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.

Auch mit den Grünen will Schwan sich treffen. Am Dienstag stellt sie sich der Debatte mit der Fraktion. Laut "Berliner Zeitung" wird sie auf Einladung der Fraktionsvorsitzenden in der Sitzung ihre Vorstellungen für ihre Kandidatur erläutern. Aus diesem Grund seien auch die Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktionen eingeladen worden, schrieb das Blatt. Die Landtage stellen die Hälfte der Delegierten in der Bundesversammlung. Bei der letzten Wahl 2004 hatten die Grünen die Kandidatur der Hochschullehrerin unterstützt.

Quelle: afp/reuters/wal
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