Al-Kaida

Offenbar viele tote Zivilisten bei US-Angriff im Jemen

Bei einem US-Angriff im Jemen sind am Sonntag wohl viele Zivilisten getötet worden. Die US-Armee sprach von 14 toten Al-Kaida-Kämpfern.

Bei dem US-Angriff in der südjemenitischen Provinz Al-Baida waren Helikopter vom Typ Apache im Einsatz (Symbolfoto).

Bei dem US-Angriff in der südjemenitischen Provinz Al-Baida waren Helikopter vom Typ Apache im Einsatz (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/UPI Photo

Sanaa.  Beim ersten US-Angriff im Jemen unter der Präsidentschaft von Donald Trump sind den Behörden vor Ort zufolge 30 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien neben Al-Kaida-Kämpfern auch Zivilisten, sagten Anwohner und Helfer am Sonntag.

Bei dem Einsatz kam nach Angaben des US-Militärs auch ein Elitesoldat ums Leben. Drei weitere seien verletzt worden. Sanitäter berichteten zudem von zehn Frauen und drei Kindern, die getötet worden seien. Der Angriff galt dem US-Verteidigungsministerium zufolge dem Al-Kaida-Sitz im Jemen. Trump hatte angekündigt, schärfer gegen den islamistischen Terrorismus vorgehen zu wollen.

Einsatz geriet offenbar außer Kontrolle

Nach US-Angaben wurden 14 Mitglieder von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel getötet. Die Gruppe gilt als besonders radikaler Flügel der Extremistenorganisation. Bei dem Einsatz seien auch Informationen gewonnen worden, von denen Einblicke in Anschlagsplanungen erwartet würden. Die Al-Kaida erklärte, unter den Toten sei auch ein Führungsmitglied.

Ein Anwohner berichtete, der Einsatz habe in den frühen Morgenstunden begonnen, als das Haus des Anführers mit Hilfe einer Drohne beschossen worden sei. Dann seien in dem Bezirk Jakla Fallschirmjäger aus Hubschraubern gesprungen und hätten jeden im Haus getötet. Weil die US-Soldaten nach dem Einsatz angegriffen worden seien, seien von den Hubschraubern aus weitere Ziele beschossen worden. Deshalb habe es so viele Tote gegeben. Eine Militärmaschine sei nach unplanmäßiger Landung vor Ort zerstört worden.

Al-Kaida und "Islamischer Staat" nutzen Bürgerkriegs-Chaos

Im Jemen tobt ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Gruppen, die der international anerkannten Regierung nahestehen. Al-Kaida und der "Islamische Staat" nutzen das Chaos und verüben immer wieder Anschläge. Der Jemen gehört zu den sieben muslimischen Staaten, aus denen Bürger einem Erlass Trumps zufolge vorübergehend nicht mehr in die USA einreisen dürfen. (rtr)

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