Terrormiliz US-Geheimdienstbosse warnen: IS verfügt über Chemiewaffen

James Clapper am Dienstag in einer Anhörung zu den Terrorgefahren für die USA und ihre Verbündete. Da sprach der Geheimdienstkoordinator noch nicht davon, dass der IS Anschläge mit Giftgas auch in den USA durchführen wolle.

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

James Clapper am Dienstag in einer Anhörung zu den Terrorgefahren für die USA und ihre Verbündete. Da sprach der Geheimdienstkoordinator noch nicht davon, dass der IS Anschläge mit Giftgas auch in den USA durchführen wolle.

Eine Grusel-Debatte ist zurück: Verfügt die Terrormiliz IS über Giftgas, das sie im Westen einsetzen würde? US-Geheimdienste warnen.

München/Washington.  Hochrangige amerikanische Geheimdienstvertreter gehen davon aus, dass der sogenannte "Islamische Staat" über Giftgas verfügt und es auch bereits eingesetzt hat. Zunächst wurde eine entsprechende Äußerung von CIA-Chef John Brennan bekannt, dann legte Geheimdienstkoordinator James Clapper bei der Münchner Sicherheitskonferenz nach.

Clapper sagte "Spiegel online" zufolge, der IS verfüge über ein Arsenal an Chemiewaffen, und die Bedrohung sei auch für die USA konkret. "Es sieht so aus, dass sie chemische Waffen gegen uns einsetzen wollen. Das verändert potenziell die Szenarien." Noch am Dienstag bei einer Anhörung hatte er das nicht erwähnt.

USA: Chemiewaffen wurden eingesetzt

In einem am Donnerstag in Auszügen veröffentlichten Interview mit dem Sender CBS hatte CIA-Direktor Brennan bereits gesagt, der IS habe mehrfach Chemiewaffen eingesetzt. Die Organisation sei sogar in der Lage, kleine Mengen an Chlor- und Senfgas selbst herzustellen, so der CIA-Chef.

Diese Möglichkeit hatte der Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, bereits Anfang Februar angesprochen. Der IS hatte zwar zwischenzeitlich Regionen mit Lagerstätten von Chemiewaffen erobert, habe aber laut Üzümcü nicht in die Bunker gelangen können. Deshalb bestehe der begründete Verdacht, dass der IS Senfgas "und andere Waffen" selbst herstellen könne, so Üzümcü. Eine Untersuchungskommission des irakischen Parlaments war unter anderem zu dem Ergebnis gekommen, dass die Terrormiliz Wissenschaftler des gestürzten Saddam-Hussein-Regimes, aber auch aus Syrien und Jordanien verpflichtet habe.

Der französische Premierminister Manuel Valls hatte bereits kurz nach den Paris-Attentaten von der Gefahr solcher Waffen gesprochen. "Wir wissen, dass es auch das Risiko von chemischen und biologischen Waffen gibt." (law)

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