Hasskommentare

Nach Morddrohung erstattet Volker Beck Anzeige gegen Pegida

Der Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Volker Beck: Er hat wegen Morddrohungen Anzeige erstattet.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Volker Beck: Er hat wegen Morddrohungen Anzeige erstattet.

Kastrieren, beschneiden, töten mit einem Schächtschnitt: Der Grüne Volker Beck reagiert auf Morddrohungen im Netz mit Strafanzeige.

Berlin.  Der innenpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat Strafanzeige gegen Pegida gestellt. Sympathisanten der rechten Bewegung rufen auf der Facebook-Seite von Pegida dazu auf, den Bundestagsabgeordneten zu töten. "Die Pegida-Seite ist ein braunes Biotop, in dem Hass und Gewalt gegen Andersdenkende frei ausgelebt werden können", sagte Beck unserer Redaktion. "Unter einem Beitrag über mich fanden sich in 430 Kommentaren 35 Morddrohungen und Gewaltphantasien, ohne einen Versuch des Widerspruchs oder der Mäßigung durch die Verantwortlichen."

In der Strafanzeige, die unserer Redaktion vorliegt und die vor kurzem der Staatsanwaltschaft Berlin zugegangen ist, werden 18 Personen aufgeführt. "Die genannten Personen haben auf Facebook öffentlich dazu aufgerufen, mich zu kastrieren, zu beschneiden, mir Gewalt zuzufügen oder zu töten durch einen Schächtschnitt", heißt es in dem Schreiben.

"Scheinbar keine Konsequenzen zu fürchten"

Zuvor hatte Beck in einem Fernseh-Interview die Religionsfreiheit für Juden und Muslime gefordert, wozu auch das religiös begründete Schächten von Tieren und die Beschneidung gehöre. "Die Hemmschwelle sinkt soweit, so dass man selbst mit der Angabe seines Namens, Fotos, Geburtsdatum und Wohnort zu Hass und Gewalt aufrufen kann, da man scheinbar keine Konsequenzen zu fürchten hat", sagte Beck. (gau)

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