Designierter Bundespräsident
Gysi nennt Nominierung Gaucks ohne Linke "Skandal"
Linken-Fraktionschef Gysi und Parteichef Ernst entrüsten sich über die Art der Kandidatenkür fürs Bundespräsidentenamt. Sie werfen der Kanzlerin Ausgrenzung vor.
Die Linke hat noch nicht über einen eigenen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt entschieden. "Wir beraten darüber in Ruhe", sagte Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi kurz vor Beginn der Aschermittwochsveranstaltung der Linken im bayerischen Tiefenbach.
Zur Kandidatenkür von Joachim Gauck ohne Einbeziehung der Linken sagte Gysi: "Das, finde ich wirklich, ist ein Skandal." Weiter sagte er: "Es ist schon schwer, den Linken beizubringen, vernünftiger zu werden. Aber es ist noch schwieriger, den Rechten beizubringen, mit den Linken vernünftig umzugehen." Zu Namen für einen möglichen eigenen Kandidaten wollte sich Gysi nicht äußern.
Linken-Chef Klaus Ernst warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ausgrenzung seiner Partei vor. Man hätte erwarten können, dass die Bundeskanzlerin alle im Bundestag vertretenen Parteien in die Kandidatenfindung einbeziehe, sagte Ernst in Tiefenbach. Das habe sie nicht getan. "Sie macht denselben Fehler der Ausgrenzung wieder. Das finden wir schäbig und unangemessen", rief Ernst unter dem Jubel von rund 350 Anhängern.
Fünf Millionen Wählerinnen und Wähler seien damit ignoriert worden. "Auch der letzte Kandidat, der aus dem Amt geschieden ist, war ein Vorschlag von Merkel und nicht von den Linken." Ob die Linke einen eigenen Kandidaten benenne und falls ja wen, werde am Donnerstag beraten. Zu Namen äußerte sich auch Ernst nicht.
Die schwarz-gelbe Koalition hatte sich bei der Suche nach einem Nachfolger für Christian Wulff auch mit SPD und Grünen beraten, die Linken allerdings nicht zu den Gesprächen eingeladen.
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