Nach Tortenattacke in Berlin
Hacker knacken Guttenbergs Homepage
Nach der Tortenattacke in Friedrichshain muss sich Karl-Theodor zu Guttenberg nun eines Angriffs aus dem Internet erwehren. Dort haben ihn Hacker auf seiner eigenen Seite zum neuen "Bundeskuchenminister" gekürt. Die Seite ist mittlerweile offline.
Unbekannte Hacker haben die Homepage des Ex-Verteidigungsministers gekapert. Auf der Startseite war am Sonntagmittag eine Fotomontage zu sehen, und zwar ein Porträt des CSU-Politikers mit einer Torte als "Kopfschmuck". Darüber setzten die Cyber-Piraten die Überschrift: "Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Bundeskuchenminister."
Erst am Donnerstag hatten Netzaktivisten Guttenberg in einem Berliner Café überrumpelt und dem Ex-Verteidigungsminister eine Torte ins Gesicht gedrückt. Nach einem Moment des Schreckens nahm Guttenberg die Aktion der Gruppierungen "Hedonistische Internationale" und "Anonymous" mit Humor und schleckte sich die Finger ab.
Die Urheber der Attacke vom Sonntag waren zunächst nicht bekannt. Im Quelltext hinterließen sie einen Hinweis auf einen Twitter-Account, dessen Inhaber aber eine Verwicklung in die Attacke bestritt.
"Auch weiterhin in Frieden essen"
Auf der gekaperten Internetseite spielen die Unbekannten auf die Aktion an und schrieben: "Mit Freude geben wir bekannt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg am heutigen Tag zum Bundeskuchenminister ernannt wurde. In seiner Antrittsrede betonte er: 'Ich werde dies mit all meinem Wissen und Gewissen ausüben und stehe den neuen Aufgaben positiv gegenüber, welche mich begleiten werden. Als Bundeskuchenminister ist es meine Aufgabe, die Kuchengesetze der Bundesrepublik Deutschland zu wahren und dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Frieden essen können.'"
Guttenberg war im März 2011 als Minister zurückgetreten und hatte sein Bundestagsmandat und seine Ämter in der CSU aufgeben müssen, weil er weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Seine Homepage hat er seitdem völlig umgestaltet. Statt mehreren Seiten mit politischen und persönlichen Themen fand sich dort zuletzt nur noch eine Seite mit den Kontaktdaten seiner verschiedenen Büros. Guttenberg hatte im Januar angekündigt, zunächst nicht mehr in die deutsche Politik zurückzukehren.
Die Tortenattacke hatte sich in einem Café im Stadtteil Friedrichshain zugetragen, wo sich der CSU-Politiker mit dem Blogger Stephan Urbach von der Piratenpartei verabredet hatte. Der Moment, in dem das Tiefkühlfabrikat vom Typ "Schwarzwälder Kirschtorte" Guttenbergs Gesicht ereilt, ist in einem Video auf der Webseite der "Hedonistischen Internationale" verewigt. "Er nahm es recht locker", schrieb Urbach danach anerkennend in seinem Blog.
Das Opfer kommentierte den Vorfall noch am selben Abend auf seiner Facebook-Seite: "Hurra, eine Tortenattacke! Ich dachte schon, ich würde in Friedrichshain verhungern. Zwei Aktivisten hatten gottlob mit mir Erbarmen. Eine wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte. Beim nächsten Mal dann gerne Käsesahne!" Der Eintrag auf Guttenbergs Profil rief binnen weniger Stunden Tausende Reaktionen hervor.
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