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11.09.11

11. September

So gedenkt Deutschland der Terror-Opfer

Während in den USA die Vorbereitungen auf die Gedenkfeier an Ground Zero auf Hochtouren liefeb, hatten in Deutschland die ersten Gedenkfeiern begonnen. Um 14.46 Uhr – zum Zeitpunkt als das erste von Terroristen gesteuerte Flugzeug einschlug – gab es eine weltweite Schweigeminute.

dpa/DPA

In der ganzen Welt ist am 11. September der Opfer der Terroranschläge gedacht worden. In Berlin begann das Gedenken mit einem Gottesdienst in der der American Church.

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Mit einem prominent besuchten Gottesdienst in der American Church in Berlin ist am Sonntag an die Opfer der Terroranschläge in den USA vor zehn Jahren erinnert worden. Neben Bundespräsident Christian Wulff nahmen auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sowie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder teil.

In dem Gottesdienst, der von Christen, Juden und Muslimen gestaltet wurde, rief US-Botschafter Philip D. Murphy zu Mitmenschlichkeit auf. Gemeinsam gedachten sie mit einer Schweigeminute der Opfer.

"Das gemeinsame Gebet der Weltreligionen ist ein Signal", erklärte Wulff. "Wir werden uns dem Terrorismus nicht beugen, wir stehen auf gegen Terrorismus und werden nicht hinnehmen, dass Menschen heimtückischen Anschlägen zum Opfer fallen."

Innenminister Friedrich sprach von einem "Geist der Zusammengehörigkeit", der am Gedenktag überall auf der Welt deutlich werde. Zu möglichen Terrorplanungen in Deutschland sagte er: "Es gibt keinen Grund zur Ängstlichkeit, es gibt immer Grund zur Wachsamkeit."

Außenminister Westerwelle bezeichnete die Terrorangriffe als einen "Angriff gegen die Würde des Menschen für alle, die in Freiheit leben wollen". Er sagte der dpa: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass diejenigen, die uns unser freiheitliches Leben nicht gönnen und es bekämpfen wollen, auch in Zukunft immer wieder eine Gelegenheit dazu suchen." Der Minister würdigte zugleich die Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt. "Das zeigt: Die Terroristen haben vor allem bei der arabischen Jugend verloren."

Weltweite Schweigeminute um 14.46 Uhr

Am Nachmittag wollte Wulff an einer Gedenkveranstaltung beim jährlichen Friedenstreffen der Sant'Egidio-Gemeinschaft in München teilnehmen. Dabei soll es auch eine Live-Schaltung zum Ground Zero in New York geben. Im Anschluss will Wulff zur Eröffnung des Friedenstreffens in der Münchener Residenz eine Ansprache halten.

Um 14.46 Uhr beteiligte sich auch Berlin an einer weltweiten Schweigeminute. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), US-Botschafter Murphy und zahlreiche Gäste kamen zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge im Roten Rathaus zusammen. Außerdem wollen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam in Berlin der Opfer gedenken.

Die Gedenkstätte zum 11. September im Innenhof der US-Botschaft in Berlin wird durch ein Original-Trümmerteil aus den Zwillingstürmen des World Trade Center ergänzt. Der neue Gedenkstein mit dem Trümmerteil soll am Montag in einer internen Zeremonie enthüllt werden, teilte die Botschaft mit.

Während in den USA die Vorbereitungen auf die Gedenkfeier an Ground Zero auf Hochtouren liefen, gedachte auch Papst Benedikt XVI. der Opfer und rief zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker auf. "Ich appelliere an die Verantwortlichen der Nationen und alle Menschen guten Willens, Gewalt als Lösung für Probleme stets abzulehnen und der Versuchung des Hasses zu widerstehen", sagte der Papst in Ancona.

Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen in den USA fast 3000 Menschen mit sich in den Tod gerissen, als sie gekaperte Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York und in das Pentagon in Washington steuerten. Eine weitere entführte Maschine stürzte in Pennsylvania ab.

Überschattet wurde der Jahrestag von Berichten über angebliche Terrordrohungen in den USA und der Verhaftung von vier mutmaßlichen Terroristen in Schweden. Zudem wurden bei einem Selbstmordattentat der Taliban auf einen Nato-Stützpunkt in Zentralafghanistan 77 ausländische Soldaten verletzt.

Quelle: dpa/dpad/ap
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