Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
18.03.11

Flugverbot

Frankreich droht mit Luftangriffen auf Libyen

Nach dem Votum der UN bereiten Paris und London Angriffe auf Gaddafis Regime binnen Stunden vor. Der scheint beeindruckt – und bietet plötzlich eine Waffenruhe an.

© picture alliance / AFP Creative/AFP
Rafale
Eine französische Rafale startet vom Flugzeugträger Charles de Gaulle unweit von Toulon

Frankreich, Großbritannien und die USA bereiten bereits die Umsetzung des Flugverbots vor. Dazu gehören offenbar Angriffe auf die libyschen Streitkräfte aus der Luft und von der See. Der französische Premierminister Francois Fillon sagte, Frankreich werde militärische Maßnahmen innerhalb von Stunden unterstützen.

Britische Einheiten stünden für Luftangriffe bereit und könnten sofort mobilisiert werden, sagte ein mit Verteidigungsfragen vertrauter Parlamentarier in London.

Der französische Regierungssprecher Francois Baroin kündigte Luftschläge innerhalb der nächsten Stunden an. "Die Franzosen haben diesen Eingriff gefordert, also werden sie sich selbstverständlich auch daran beteiligen", sagte er dem Sender RTL.

"Es handelt sich nicht um eine Besetzung libyschen Gebiets, sondern um einen Militäreinsatz, um das libysche Volk zu schützen und ihm zu ermöglichen, in seinem Streben nach Freiheit bis zum Ende zu gehen, also bis zum Sturz Gaddafis", fügte Baroin hinzu. "Le Figaro" vermutet, dass französische Bomber von Korsika aus starten könnten.

Um die libysche Luftwaffe auf den Boden zu zwingen, könnten Kampfjets, Bomber und Aufklärungsflugzeuge eingesetzt werden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Tunesien, bei der Durchsetzung der Flugverbotszone müssten bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, um Flugzeuge und Piloten zu schützen. "Das schließt die Bombardierung von Zielen wie der libyschen Flugabwehr ein", sagte Clinton.

Nach dem Beschluss eines Flugverbots über Libyen spricht das Regime erstmals von einem Waffenstillstand. Der stellvertretende Außenminister Chalid Kaim sagte, Libyen sei bereit zu einer Waffenruhe. "Aber wir brauchen einen Gesprächspartner, um darüber zu diskutieren, wie das umzusetzen ist", so Kaim vor Journalisten in Tripolis.

Sein Land wolle positiv mit der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats umgehen. Die Regierung werde Zivilisten schützen. Die internationale Gemeinschaft solle eine Kommission entsenden, die sich mit der Lage im Land auseinandersetzen soll, forderte Kaim.

Die Vereinten Nationen hatten in der Nacht den Weg für ein militärisches Vorgehen gegen Libyen freigemacht. Nach einer in New York vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution gibt es nicht nur ein Flugverbot über dem nordafrikanischen Land, um die Zivilisten vor der Luftwaffe von Gaddafi zu schützen. Erlaubt ist militärisch fast alles – bis auf Bodentruppen.

Bei der Abstimmung enthielten sich die Vetomächte Russland, China sowie Indien, Brasilien und auch Deutschland. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte das Votum als eine "historische Entscheidung". Wegen der kritischen Lage vor Ort erwarte er "unmittelbares Handeln", hieß es in einer von der Weltorganisation in der Nacht verbreiteten Erklärung.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte: "Wir sehen die in der Resolution ebenfalls vorgesehene Option einer militärischen Intervention in Libyen weiterhin äußerst skeptisch. Wir sehen hier erhebliche Gefahren und Risiken. Deswegen können wir diesem Teil der Resolution nicht zustimmen." Deutsche Soldaten würden sich an einem militärischen Einsatz in Libyen nicht beteiligen.

Unterdessen haben die libyschen Aufständischen die Entscheidung der UN gefeiert. Menschen verfolgten in der Nacht zum Freitag im Zentrum von Bengasi das mit Spannung erwartete Votum des Weltsicherheitsrates auf einer Großbildleinwand mit. Als das Ergebnis verkündet wurde – das höchste Weltgremium billigte "alle notwendigen Maßnahmen", um die Zivilbevölkerung in Libyen zu schützen -, brachen sie in Freudenstürme aus. Sie riefen "Libyen! Libyen!" und schwenkten die rot-schwarz-grünen Fahnen der Vor-Gaddafi-Ära. Viele schossen in die Luft, auch Feuerwerksraketen stiegen hoch.

Quelle: dpa/dapd/pku
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Inventor of TV remote control dies at age 96
Erfinder der Couch-Potato

Ohne Eugene Polley gäbe es keinen gemütlichen TV-Abend.

Video Nachrichten mehr
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Fußball-EM 2012 Lukas Podolski hält Titelgewinn für möglich
Disco Queen Trauerfeier für Donna Summer
Rüstung Amnesty fordert Kontrolle des Waffenhandels
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote