Umfrage
62 Prozent der Deutschen wollen Guttenberg zurück
Die CSU rechnet mit einem Comeback ihres Politstars Karl-Theodor zu Guttenberg. Und eine aktuelle Umfrage gibt ihr recht. Danach wünscht sich die Mehrheit der Deutschen Guttenberg wieder in der Politik – allerdings nach einer kleinen Pause.
Eine Mehrheit in der Bevölkerung wünscht sich einer Umfrage zufolge die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in die Politik. 62 Prozent der Befragten wollen nach einer gewissen Karenzzeit ein politisches Comeback des ehemaligen CSU-Verteidigungsministers, der über seine in weiten Teilen abgeschriebene Doktorarbeit gestürzt war.
In der Forsa-Umfrage im Auftrag des "Stern" lehnten 38 Prozent ein solches Comeback ab. Auch jeder fünfte CDU-Anhänger, ein Viertel der CSU-Wähler und knapp ein Drittel der FDP-Klientel sind gegen eine Rückkehr Guttenbergs.
Mit 69 Prozent findet die Mehrheit der Bevölkerung, dass der Rücktritt richtig war. Dieser Ansicht waren größtenteils auch die Anhänger der Regierungsparteien. Dass Guttenberg über eigene Fehler gestolpert sei, finden 62 Prozent aller Bürger. 33 Prozent glauben hingegen, der beliebte CSU-Politiker sei Opfer einer Medienkampagne geworden.
CSU-Chef Horst Seehofer will "alles dafür tun", dass Guttenberg rasch wieder politisch aktiv wird. An den abwesenden Guttenberg gewandt sagte Seehofer beim Politischen Aschermittwoch in Passau: "Ich rufe Dir im Namen aller Schwarzen zu: Du bist einer von uns, Du bleibst einer von uns, und wir wollen, dass Du wieder zurückkehrst in die deutsche Politik."
Von langanhaltendem Applaus begleitet, sagte Seehofer weiter: "Karl-Theodor hat an seinem politischen Talent und seiner Leistung für das Vaterland nichts dadurch verloren, dass er die Stärke hatte, zu seinen Fehlern zu stehen. In einer Demokratie hat eine solche Haltung Respekt verdient."
Hohn und Spott für Guttenberg
Das sieht die Opposition ganz anders. SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf der Union einen Verrat an bürgerlichen Tugenden in der Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor. "Früher hieß das bei der CSU: Laptop und Lederhose. Heute heißt es: Copy und Paste", sagte Steinmeier bei der Aschermittwochskundgebung der SPD in Vilshofen.
Die Grünen übergossen die CSU und zu Guttenberg mit Hohn und Spott. "Sonnenkönig zu Guttenberg" sei zu einem "gefehlten Promoventen" geworden, sagte die bayerische Landesvorsitzende Theresa Schopper in Landshut. "Er ist vom Star zum Fall für den Staatsanwalt geworden." Auch der bayerische Linken-Chef Xaver Merk kritisierte Guttenbergs "Doktordiebstahl". Der Politische Aschermittwoch markiert in diesem Jahr den Auftakt der heißen Wahlkampfphase in mehreren Bundesländern.
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