Video-Ausfall
Große Sicherheitspanne bei Terroranschlag
Als Arid U. zwei US-Soldaten erschoss, war die Videoüberwachung am Frankfurter Flughafen ausgefallen. Die Folge: Es gibt keinerlei Bilder von der Tat.
Von Günther Lachmann
Während des ersten Terroranschlags auf deutschem Boden ist es zu einer schweren Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen gekommen: Die Videoüberwachung des Flughafenbereichs, in dem der 21 Jahre alte Kosovare Arid U. am 2. März 2011 zwei US-Soldaten tötete, war defekt.
Es gibt keinerlei Bilder von der Tat, erfuhr "Morgenpost Online" aus Sicherheitskreisen. Die Generalbundesanwaltschaft als ermittelnde Behörde wollte dazu gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme abgeben.
Der Frankfurter Flughafen ist der mit Abstand größte deutsche Flughafen und ein wichtiges Drehkreuz für die US-Armee. Vor diesem Hintergrund sprachen Politiker von CDU und SPD gegenüber "Morgenpost Online" von einem "sehr ernst zu nehmenden Vorgang".
"Der Frankfurter Flughafen ist unter Sicherheitsgesichtspunkten ein sehr exponierter Ort. Da müssen wir besonders gut sein", sagte der SPD-Sicherheits-Experte Dieter Wiefelspütz Morgenpost Online. "Es stellt sich die Frage, ob die Sicherheit der US-Soldaten auf dem Flughafen hinreichend organisiert ist." Der Vorfall zwinge dazu, die gesamten Sicherheitsabläufe auf dem Flughafen nach möglichen weiteren Schwachstellen zu untersuchen. "Wir kommen in der Terrorismusbekämpfung nicht ohne Technik aus. Ihr Einsatz macht aber nur dann Sinn, wenn sie regelmäßig gewartet wird."
"Diese Panne hätte dramatische Folgen gehabt, wenn der Täter entkommen wäre", sagte der CDU-Sicherheitspolitiker Wolfgang Bosbach "Morgenpost Online". Zwei Fragen müssten sofort geklärt werden: "Wie lange war die Anlage bereits defekt? Und seit wann ist der Defekt bekannt?" Die besten Gesetze zur Überwachung öffentlicher Gebäude und Plätze nützten nichts, wenn die Anlagen nicht funktionierten. "Ich hoffe, dass dieser Vorfall Anlass gibt, Videoanlagen in besonders sensiblen Bereichen zu überprüfen."
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