01.01.08

USA

Neue Umfrage sieht Obama vor Clinton

Wenige Tage vor der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa hat der demokratische Anwärter Barack Obama in der Gunst der dortigen Wähler seine Konkurrentin Hillary Clinton überholt. In einer Umfrage der Zeitung "Des Moines Register" lag Obama mit 32 Prozent Zustimmung sieben Punkte vor Clinton.

Foto: AP
Barack Obama

Die bislang als Favoritin der Demokraten gehandelte Senatorin Hillary Clinton käme demnach nur auf 25 Prozent, der dritte aussichtsreiche Bewerber, Ex-Senator John Edwards (54), auf 24 Prozent. Bei den Republikanern lag der Umfrage zufolge der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, mit 32 Prozent weiter knapp vor seinem stärksten Konkurrenten Mitt Romney aus Massachusetts.


Die Umfrage des "Des Moines Register" gilt als eine der verlässlichsten in Iowa, wo die Wähler sich traditionell oft erst kurzfristig für einen Kandidaten entscheiden. Clintons Wahlkampfbüro wies das Resultat jedoch mit der Begründung zurück, sie überbewerte den Einfluss nicht parteigebundener Wähler und stehe in Widerspruch zu anderen Umfragen.


Iowa ist der erste US-Bundesstaat, in dem die Mitglieder von Demokraten und Republikanern am Donnerstag über ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl abstimmen. Die Kandidaten kämpfen in dem ländlichen Staat mit seinen 2,9 Millionen Einwohnern besonders hart um den Sieg, da sie sich einen Startvorteil im Rennen um das Weiße Haus verschaffen wollen: Wer in Iowa gut abschneidet, kann auf weitere Wahlkampfspenden hoffen. Nach einem Bericht der "Washington Post" investierten Clinton und Obama im vergangenen Jahr jeweils die Rekordsumme von 100 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) in ihren Wahlkampf.

Die Bürger Iowas werden seit Wochen mit TV-Spots, Mailings und Anrufen überschüttet. Im Endspurt um die Wählerstimmen konzentrierten sich Clinton und Obama vor allem darauf, bisherige Nichtwähler zu mobilisieren. Obama, der vor allem auf jüngere Wähler hofft, forderte Studenten auf, eigens zur Vorwahl früher aus den Ferien nach Iowa zurückzukehren. Clinton konzentrierte sich dagegen vor allem auf ältere Wählerinnen.

Die US-Präsidentenwahl findet am 4.November statt. Bereits in Kürze stehen weitere Vorwahlen an: am 8.Januar in New Hampshire, am 5.Februar ("Super Tuesday") in zahlreichen weiteren Bundesstaaten, darunter besonders wichtigen Staaten wie Arizona und Kalifornien. Endgültig stellen Demokraten und Republikaner ihren Kandidaten bei ihren Parteitagen Ende August und Anfang September auf.

Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, wies derweil Berichte zurück, er werde als unabhängiger Kandidat ins Rennen um das Präsidentenamt gehen. Er bewerbe sich nicht um das höchste Amt im Staat, sagte der 65-Jährige am späten Montagabend im regionalen New Yorker TV-Sender NY1.

Die Gerüchte um Bloombergs Kandidatur waren geschürt worden durch die Nachricht, er werde sich in der kommenden Woche mit Vertretern von Republikanern und Demokraten treffen. Bloomberg, einer der reichsten Geschäftsmänner weltweit, war im Sommer aus der Republikanischen Partei ausgetreten. Er vertritt bei Themen wie Abtreibung, Homoehe und Waffenbesitz liberalere Ansichten als die Konservativen.

Quelle: AFP/oc
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