SPD-Sieg
Was die Berliner Parteien zur Hamburg-Wahl sagen
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat seinem SPD-Parteifreund Olaf Scholz zu einem "phantastischen Wahlsieg" in Hamburg gratuliert. Wie CDU, Grüne und FDP in der Hauptstadt reagieren.
Im Februar 2011 war er der strahlende Sieger: mit absoluter Mehrheit zog Olaf Scholz (SPD) ins Rathaus ein.
Klaus Wowereit - Freude auf Zusammenarbeit mit Scholz
Nach dem Sieg der Sozialdemokraten bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg freut sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Hansestadt. Mit seinem "phantastischen Wahlerfolg" habe Olaf Scholz gezeigt, dass die Sozialdemokratie bundesweit wieder die führende Kraft in den großen Städten sei, teilte Wowereit am Sonntagabend mit. Berlin und Hamburg könnten in Zukunft gemeinsam starke Impulse für eine moderne Wirtschaft, zukunftsgerichtete Arbeitsplätze und sozialen Zusammenhalt geben.
Auch die Berliner SPD hat nach dem Urnengang an der Elbe Oberwasser: "Es ist für die SPD insgesamt ein guter Start ins Wahljahr und gibt allen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Aufwind für 2011", sagte Landeschef Michael Müller.
Frank Henkel - Schwarz-Grün ist in Berlin weiterhin möglich
Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel sieht in der Wahlschlappe der Hamburger CDU keine Belastung für den Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus. "Wenn Hamburg eines eindrucksvoll gezeigt hat, dann, dass Wähler sich bewegen lassen", sagte Henkel Morgenpost Online. Zwar sei der Wahlausgang ein "bitteres Resultat", das der Bilanz der Hamburger Regierung nicht gerecht werde. Aber Aussagekraft für Berlin habe der Urnengang an der Elbe nicht: "Das war eine landespolitische Entscheidung ohne Aussagekraft für andere Wahlen. Gerade in Berlin ist die Situation eine völlig andere. Hier sind wir die Herausforderer und, wie die Umfragen zeigen, im Aufwind."
Auch schwarz-grüne Regierungen seinen nunmehr "nicht generell tot": "Koalitionen werden jeweils vor Ort geschlossen." Henkel zeigte sich überzeugt: "Solange beide Parteien diese Variante nicht verwerfen, ist in Berlin nichts ausgeschlossen."
Christoph Meyer - Deutliche Absage an Schwarz-Grün
Zu einen anderen Einschätzung kam der Berliner FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer. Er sagte Morgenpost Online: "Das Wahlergebnis ist eine deutliche Absage an schwarz-grüne Träumereien." Der Fall der Hamburger CDU zeige, "wie tief eine Partei in der Gunst der Wähler fallen kann, wenn Sie bürgerliche Werte aufgibt, um sich mit der Dagegen-Partei einzulassen."
Renate Künast - Wahlergebnis Debakel für Kanzlerin Merkel
Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast meinte hingegen: "Das Ergebnis ist vor allen Dingen ein Debakel für die Bundeskanzlerin. Olaf Scholz hat diese Wahl als Persönlichkeit gegen eine total abgewirtschaftete CDU gewonnen." Sie sagte Morgenpost Online: "Wir wollen in Berlin mit frischem Wind den verbrauchten rot-roten Senat ablösen. Hamburg und Berlin verbindet also, dass sich beide 2011 ein neues Stadtoberhaupt wählen."
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