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20.02.11

+++ Wahl-Ticker +++

Bahn-Mitarbeiter findet verlorenes Wählerverzeichnis

Mit der Wahl in Hamburg startet das Superwahljahr 2011. Die SPD mit Olaf Scholz liegt in Umfragen klar vorn. Wie der Tag in Hamburg läuft, erfahren Sie hier.

dapd/DAPD

Hamburg wählt seit 8 Uhr die Bürgerschaft.

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+++ Hartz-IV-Verhandlungen unterbrochen +++

Die Spitzenrunde aus Bund und Ländern hat ihre Verhandlungen über die Hartz-IV-Reform für die Bekanntgabe der ersten Ergebnisse der Hamburg-Wahl unterbrochen. Um 20.30 Uhr wollen die Vertreter von Union, FDP, SPD und Grünen erneut in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zusammenkommen.

+++ Hochbahn-Mitarbeiter findet verlorenes Wählerverzeichnis +++

Landeswahlamtssprecher Oliver Rudolf bestätigte, dass eine Wahlvorsteherin in Barmbek-Nord das Wählerverzeichnis in der U-Bahn hatte liegen lassen. Kurz darauf meldete sich laut Rudolf ein Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn , der das Verzeichnis gefunden hatte. Die Unterlagen wurden umgehend in das Wahllokal gebracht. Es sei trotz des Verlustes zu keinen größeren Verzögerungen bei der Stimmabgabe gekommen, sagte Rudolf. Alle betroffenen Wähler hätten ihre Stimmen abgeben können. Wären die Unterlagen nicht wiedergefunden worden, hätte die Wahlvorsteherin die Daten der Wahlberechtigten per Telefon bei der Wahldienststelle abfragen müssen.

+++ Wahlbeteiligung ähnlich der von 2008 +++

Von den rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten in der Hansestadt gab bis zum Nachmittag knapp die Hälfte ihre Stimmen ab. Damit war die Wahlbeteiligung ähnlich hoch wie 2008. Nach Angaben des Landeswahlamts lag die Wahlbeteiligung um 15 Uhr bei 48,9 Prozent (2008: 48,8 Prozent). Eingeschlossen ist eine geschätzte Briefwahlbeteiligung von 16,8 Prozent. 2008 betrug die endgültige Wahlbeteiligung 63,5 Prozent, die niedrigste seit 1946.

+++ Neuwerk mit Riesen-Zuwachs bei den Wahlberechtigten +++

Der kleinste Hamburger Außenposten, die Insel Neuwerk im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer , macht zur Bürgerschaftswahl 2011 durch einen kräftigen Zuwachs bei der Zahl der Wahlberechtigten von sich reden. 33 Stimmberechtigte konnten in diesem Jahr am Votum teilnehmen, wie das Landeswahlamt am Sonntag mitteilte. Das war immerhin ein Zuwachs von rund einem Drittel. Denn bei der Wahl 2008 waren es nur 25 Wahlberechtigte.

Dennoch hatten Wahlhelfer am Sonntag auf Neuwerk, das zum Hamburger Stadtbezirk Mitte gehört, nichts zu tun. "Wir wählen alle traditionell schon immer per Briefwahl", sagte Schulleiterin Meike Müller-Toledo. Dennoch gab es Verwirrung, da die Inselschule, die derzeit noch von zwei Schülern in der zweiten und vierten Klasse besucht wird, dennoch sicherheitshalber vom Landeswahlamt als Wahllokal ausgewiesen worden war. "Hier ist aber nichts und niemand", sagte Müller-Toledo.

+++ Wahlbezirksleiterin lässt Wählerverzeichnis in U-Bahn liegen +++

Im Stadtteil Barmbek-Nord herrschte am Morgen Chaos in einem Wahllokal: Wie jetzt bekannt wurde, hatte die Wahlbezirksleiterin des Bezirks 42601 das Wählerverzeichnis auf dem Weg ins Wahllokal in der U-Bahn vergessen. Die Wähler, die um kurz nach 8 Uhr in der Schule Tieloh ihre Stimme abgeben wollten, bekamen zunächst keine Unterlagen. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt". Mit einer telefonischen Standleitung wurde das Problem gelöst: Die Wahlvorstände gaben die Daten der Wähler durch, das Bezirksamt bestätigte sie, so dass die Unterlagen ausgegeben werden konnten.

+++ 15 Minuten Wartezeit für grüne Spitzenkandidatin +++

Grünen-Spitzenkandidatin Anja Hajduk hat am Sonntagmittag ihren Stimmzettel für die Hamburger Bürgerschaftswahl abgegeben. Die 47-Jährige erschien allein in der zum Wahllokal umfunktionierten Turnhalle im Hamburger Stadtteil Winterhude und reihte sich in die Schlange der Wartenden ein. Gute 15 Minuten musste sie warten, bis sie ihre fünf Kreuze auf je vier Stimmzetteln machen konnte.

Zu einem möglichen Ausgang der Wahl wollte sie sich nicht äußern. "Ich mache keinen Wahlkampf mehr, ich gehe nur wählen", sagte sie.

+++ Alhaus wählt und geht Mittagessen +++

Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) erschien am frühen Sonntagmittag in dunklem Anzug und schwarzem Mantel zur Stimmabgabe ins Wahllokal der Grotefendschule. Begleitet wurde der 41-Jährige von seiner ebenfalls in einen schwarzen Mantel gekleideten Ehefrau Simone.

" Meine Stimmung ist gut, das Wetter ist blendend ", gab sich Ahlhaus betonte gut gelaunt. "Jede Wahl ist wichtig", betonte der 41-Jährige und fügte hinzu: "Ich wünsche mir einen Wahlausgang, der vor allem für Hamburg gut ist." Jetzt wolle er erst einmal in Ruhe wählen, dann nach Hause gehen und Mittag essen.

Zum Abschied drückte der stets um Volksnähe bemühte CDU-Spitzenkandidat noch schnell allen Wahlhelfern in der Pausenhalle die Hand. Hatte er doch seit seiner Wahl im August vorigen Jahres, als er die Nachfolge von Ole von Beust antrat, stets betont, er wolle ein Bürgermeister zum Anfassen sein. Nach dem Mittagessen wollte Ahlhaus im Rathaus die Wahlergebnisse abwarten und sich dann "den vielen Fragen der Journalisten" stellen.

+++ Linke Spitzenkandidatin kommt mit Zitronenkuchen +++

Mit familiärer Unterstützung und frischem Zitronenkuchen hat die Spitzenkandidatin der Linken, Dora Heyenn, am Sonntagmittag ihr Kreuz bei der Hamburger Bürgerschaftswahl gemacht. "Mir geht es wunderbar", sagte die 61-Jährige der Nachrichtenagentur dapd, die von ihrem Sohn Hendrik (30) und ihrer Tochter Hanna (28) zur Stimmabgabe in ihrem Wahllokal im Stadtteil Rahlstedt begleitet wurde.

Selbst gebacken hat die Biologie- und Chemielehrerin den Zitronenkuchen nicht. "Ich kann nicht gut backen", gestand sie. Das kleine Geschenk sei eine Art "Schmerzensgeld" für die Wahlhelfer, die an so einem Tag auch unter Journalisten leiden müssten. Die restlichen Tag bis zur Schließung der Wahllokale wollte Heyenn mit Aufräumen und Putzen verbringen.

+++ FDP will die Sechs vor dem Komma +++

Die Spitzenkandidatin der Hamburger FDP, Katja Suding, hat am Sonntagvormittag gemeinsam mit ihrem Mann Christian ihre Stimme für die Hamburger Bürgerschaftswahl abgegeben. "Die Erwartung ist ganz klar die, dass wir in die Bürgerschaft einziehen", sagte Suding vor der Stimmabgabe kurz nach 11.30 Uhr im Hamburger Stadtteil Rissen.

"Ich denke, wir werden die Sechs vor dem Komma erreichen", zeigte sich Suding überzeugt. Sie würde in dem Fall auch mit den Sozialdemokraten koalieren. "Wir haben ein Bündnis mit der SPD nie ausgeschlossen und stünden für Gespräche jederzeit bereit", sagte die FDP-Politikerin.

+++ Scholz wählt seine Frau +++

Ungewohnt zurückhaltend wirkte SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz bei seiner Stimmabgabe für die Bürgerschaftswahl in Hamburg am Sonntag. Im schwarzen Mantel und mit einer weinroten Krawatte betrat er das Wahllokal in der Staatlichen Gewerbeschule Energietechnik im Hamburger Stadtteil Altona. Die Fragen der zahlreichen Journalisten beantwortete der 52-Jährige leise und knapp.

Es sei ein "ganz emotionaler Moment", hier für das Amt des Ersten Bürgermeisters zu kandidieren, sagte der frühere Bundesarbeitsminister. Scholz verriet, er habe sein Frau Britta Ernst gewählt, die ebenfalls für die SPD kandidiert und ihn bei der Stimmabgabe begleitete. Ernst sitzt seit 1997 für die Sozialdemokraten im hanseatischen Parlament.

Nach der Wahl wirkte Scholz wesentlich entspannter. Ob er auch das Richtige gewählt habe, wollte eine Seniorin wissen, als Scholz das Wahllokal wieder verließ. "Ja, habe ich", verkündete der SPD-Spitzenmann und wies dann auf einen Button am Revers der Frau mit der Aufschrift "Altonaer Museum bleibt!" hin. "Cooler Sticker", sagte Scholz und nickte der Frau zu.

Er sei optimistisch, sagte Scholz, dann noch. "Heute ist ein ganz wichtiger Tag für Hamburg." Auf die Frage, wie er die Zeit bis zur Schließung der Wahllokale verbringen werde, sagte er: "Heute wird es ganz entspannt. So richtig los geht es erst am Nachmittag, wenn man schon weiß, wie es wohl ausgehen wird."

+++ Das Superwahljahr 2011 beginnt +++

An der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat sich am Sonntag bis zum Mittag knapp ein Drittel der 1,3 Millionen Wahlberechtigten beteiligt. Das Landeswahlamt veröffentlichte für

12.00 Uhr eine Hochrechnung von 31,6 Prozent (2008: 31,9 Prozent). Sie schließt eine geschätzte Briefwahlbeteiligung von 16,8 Prozent ein. 2008 betrug die abschließende Wahlbeteiligung 63,5 Prozent. Die Neuwahl des Hamburger Stadtparlaments macht den Auftakt zu weiteren sechs Landtagswahlen im Superwahljahr 2011.

>>>Morgenpost Online berichtet den ganzen Tag über die Hamburg-Wahl. Hochrechnungen und Analysen können Sie ab 18 Uhr hier live verfolgen<<<

Quelle: Reuters/dapd/dpa/ab/sam
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