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16.12.10

Untersuchung

Warum gerade Grünen-Wähler die Umwelt belasten

Den Deutschen liegt die Umwelt am Herzen – das belegt eine Studie. Unter den schlimmsten Sündern sind auch Grüne-Wähler.

Grafik: DIE WELT

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Die Sorge der Deutschen um die Umwelt hat auch während der Finanzkrise nicht nachgelassen. Nach Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik gilt der Umweltschutz derzeit als wichtigstes Aufgabenfeld für die Politik, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Umweltbundesamts (Uba) ergab. Das ist sogar ein Platz besser als noch vor zwei Jahren.

Allerdings gebe es eine große Lücke zwischen dem Bewusstsein für ökologische Probleme und dem daraus resultierenden Handeln, sagte Uba-Präsident Jochen Flasbarth bei der Vorstellung der Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2010" heute in Berlin.

62 Prozent der Deutschen fordern demnach mehr staatliches Engagement für Umweltschutz. 90 Prozent sehen auch die Wirtschaft in der Pflicht, umweltfreundlicher zu produzieren. Vier von fünf Befragten schätzen Energieeinsparung in Wohnhäusern oder gesetzliche Vorschriften zum sparsamen Energieverbrauch von elektrischen Geräten als "wichtig" oder sogar "sehr wichtig" ein.

Solche Zahlen belegten die "hohe Wertschätzung" der Umweltpolitik in Deutschland, auch "mitten in der Krise", sagte Flasbarth. Dabei seien es jedoch gerade die Bevölkerungsschichten mit dem größten Umweltbewusstsein, die den größten ökologischen Fußabdruck hinterließen.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn diejenigen, die ökologisch denken, auch konsequent ökologisch handeln würden, sagte Flasbarth vor allem auch mit Blick auf die Wählerklientel der Grünen. In diesem Widerspruch zwischen "Bewusstsein und Sein" sieht er eine große Herausforderung für die Öko-Partei. Umweltengagierte Grüne verfügten oft über hohe Einkommen, um entsprechend viel zu konsumieren und zum Beispiel klimaschädlich Fernreisen mit dem Flugzeug zu unternehmen.

Eher einkommensschwache Schichten dagegen würden weniger reisen und Auto fahren und häufiger zu Hause mit regionalen Produkten kochen und insgesamt bescheidener leben, wodurch sie auch einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterließen.

Einen wichtigen Impuls erhofft sich Flasbarth von der jungen, im digitalen Zeitalter ausgewachsenen Generation, die im Umweltschutz die Chance für technologische Innovationen und wirtschaftliches Wachstum sieht. Rund ein Drittel der Deutschen sieht im Umweltschutz die Grundlage zur Lösung andere Probleme, wie etwa der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und der Förderung von sozialer Gerechtigkeit. Jeder vierte ist dagegen der Meinung, dass erst die anstehen wirtschaftlichen Probleme gelöst werden müssten, bevor Deutschland sich noch mehr Umweltschutz leisten könnte.

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