Terrorismus
Tschetschenen-Führer bei Einreise nach Polen verhaftet
Obwohl Achmed Sakajew wusste, dass ihm bei einer Einreise die Festnahme drohte, kam er nach Polen. Er wolle sich nicht verstecken, erklärte er.
Der im Exil lebende tschetschenische Rebellenführer Achmed Sakajew ist in Polen von der Polizei festgenommen worden. Der von den russischen Sakajew, der von Behörden wegen Terrorismus gesucht wurde, sei in der Hauptstadt Warschau von Beamten in Zivil verhaftet worden, sagte ein Polizeisprecher dem Fernsehsender TVN24. Sakajew war am Donnerstag nach Polen gekommen, um an einem Kongress von Exil-Tschetschenen teilzunehmen. In der russischen Teilrepublik kämpfen Rebellen seit Jahren für die Unabhängigkeit von Moskau.
Die polnischen Behörden hatten Sakajew gewarnt, dass ihm aufgrund des von Russland ausgestellten internationalen Haftbefehls eine Festnahme drohe, wenn er nach Polen komme. Ein Vertreter Sakajews teilte daraufhin am Donnerstag mit, dass sich der Gesuchte den polnischen Behörden stellen werde, "da er sich nicht verstecken oder Polen Probleme machen will". Großbritannien hatte Sakajew im Jahr 2003 politisches Asyl gewährt und Russlands Forderung nach einer Auslieferung stets abgelehnt.
Aufgrund des Haftbefehls sei die Polizei verpflichtet gewesen, Sakajew festzunehmen, sagte der Polizeisprecher. Aus dem Umfeld Sakajews hieß es, der Exilpolitiker habe sich gerade bei den polnischen Behörden erkundigen wollen, warum er gesucht werde.
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