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26.08.10

Bildung

Koch mahnt Eltern, mehr für ihre Kinder zu tun

Hessens Ministerpräsident Roland Koch fordert von Eltern mehr Einsatz für den Schulerfolg ihrer Kinder. Dazu gehöre auch ein Pausenbrot.

Infografik WELT ONLINE

Sachsen hat laut Bildungsmonitor das beste Bildungssystem in Deutschland. Schlusslicht ist Berlin. Für die Studie wurde ermittelt ...

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Eltern müssen nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) mehr für den Schulerfolg ihrer Kinder tun. Nicht alles könne der Staat regeln. "Die meisten Eltern kümmern sich sehr um ihre Kinder. Aber es gibt eine Minderheit, mit der wir ringen müssen, dass sie ihre Kinder so erziehen, damit sie in der Schule eine Chance haben", sagte Koch. Die Schulen in Hessen seien in elf Jahren seiner Amtszeit besser geworden, allerdings nicht so schnell wie erhofft, sagte der scheidende Regierungschef.

Zu den selbstverständlichen Aufgaben der Eltern rechnet Koch das Vorlesen und die Sprachförderung. "Es sollte selbstverständlich sein, dass Kinder, deren Wurzeln in anderen Ländern liegen, deren Eltern aber schon in Deutschland geboren wurden, sich fließend auf Deutsch unterhalten können, wenn sie in die erste Klasse kommen." Derzeit müsse das Land noch Vorlaufkurse für tausende Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse anbieten.

"Frühstück ist nicht Aufgabe des Staates"

"In der Schule ist aus meiner Sicht auch kein organisiertes Frühstück notwendig", sagte Koch. "Es kann von Eltern erwartet werden, dass sie morgens mit ihren Kindern aufstehen und ihnen ein Brot schmieren. Das ist nicht Aufgabe des Staates." Die bildungspolitische Debatte der letzten Jahre habe Landesregierungen überall zu großen Anstrengungen veranlasst, sagte Koch.

Im Ländervergleich habe Hessen aufgeholt. "Wir sind heute im Mittelfeld, nur zumeist auf den hinteren Plätzen." Er habe die Vielfältigkeit des hessischen Schulsystems bewusst erhalten, was auch ein Streitpunkt mit der SPD gewesen sei. "Die wollten die Gymnasien plattmachen, ich wollte aber nie die Gesamtschulen plattmachen."

Allerdings habe sich die Bildungsdiskussion der vergangenen Jahre sehr auf die Gymnasien konzentriert. "Man muss sich umso mehr darum kümmern, was mit denen wird, die nicht aufs Gymnasium gehen", sagte Koch. Die Leistungen der Haupt- und Realschüler seien nicht weniger wert und genauso wichtig für die Gesellschaft. Mit den Schub-Klassen, die einen hohen Praxisanteil haben, und der neuen Mittelstufenschule wolle die Landesregierung gerade diesen Schülern bessere Chancen verschaffen.

Am 31. August gibt er sein Amt ab

Koch gibt am kommenden Dienstag sein Amt ab, Nachfolger soll der bisherige Innenminister Volker Bouffier (CDU) werden. Beide hätten schon bislang eine gemeinsame politische Vision für Hessen, deshalb werde er keine Ratschläge geben: "Ab dem kommenden Dienstag ist das Volker Bouffiers Verantwortung."

Koch verwahrte sich gegen Vorwürfe, zu seinen Zeiten sei in Hessen nicht gespart worden. Er verwies auf die Sparaktion "Operation Sichere Zukunft" im Haushalt 2004. "Für die Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld unserer Mitarbeiter bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit haben wir einen ziemlich hohen politischen Preis gezahlt", sagte er.

"Aber Hessen profitiert davon bis heute." Das Land hätte 2008 oder 2009 aus der Neuverschuldung herauskommen können, wenn die Wirtschaftskrise diesen Plan nicht zunichtegemacht hätte. Die mittelfristige Finanzplanung von Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) lasse aber erwarten, dass Hessen rechtzeitig bis 2020 wieder einen ausgeglichenen Haushalt bekomme.

Quelle: dpa
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