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06.08.10

"Deutschlandtrend"

Deutsche blicken optimistisch in die Zukunft

Die Krise scheint endgültig vorbei zu sein: Die Deutschen beurteilen die wirtschaftliche Lage des Landes positiver als 2009.

ARD-DeutschlandTREND im Auftrag der ARD-Tagesthemen/WON

Die Deutschen sehen wieder positiver in die Zukunft:

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Die Bundesbürger beurteilen die wirtschaftliche Lage deutlich positiver als vor einem Jahr, sie blicken wieder optimistisch in die Zukunft. Das zeigt der Deutschlandtrend von Infratest Dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" und der WELT, für den 1000 Bürger befragt wurden. Mit der Arbeit der Bundesregierung aber sind weit mehr als drei Viertel der Bürger unzufrieden. Das führt dazu, dass Union und SPD erstmals seit fast vier Jahren wieder auf das gleiche Ergebnis kämen, wenn morgen Bundestagswahl wäre: Für beide würden jeweils 31 Prozent der Wähler ihre Stimme abgeben.

Gut 40 Prozent der Befragten bezeichnen die aktuelle wirtschaftliche Lage im August als "gut" oder sogar "sehr gut". Dieser Wert liegt spürbar über dem Vergleichswert aus dem September 2009, nämlich um mehr als 20 Punkte. Die Mehrheit der Befragten erwartet, dass sich die Lage in den nächsten Monaten sogar noch bessert. Parallel dazu empfinden weniger Bürger als vor einem Jahr die wirtschaftliche Lage als "weniger gut" oder "schlecht". Persönlich betroffen von der Wirtschaftskrise fühlt sich nur noch jeder dritte Deutsche, ebenfalls jeder Dritte sorgt sich noch darüber, dass er seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Die Hälfte der Deutschen meint auch noch immer, ihre Ersparnisse seien in Gefahr, doch die Zahl ist ein Fünftel geringer als vor Jahresfrist.

Zwei Drittel der Bürger finden, sie seien von der Krise gar nicht betroffen. Die Mehrheit meint, mit der Wirtschaft gehe es wieder aufwärts. Entsprechend groß ist das Verlangen, am Aufschwung teilzuhaben: Fast drei Viertel der Deutschen finden höhere Lohnforderungen der Gewerkschaften "angemessen".

Zu den Themen, über die in der Koalition in Berlin gestritten wird, haben die Bürger überwiegend eine sehr klare Meinung. So ist eine große Mehrheit (82 Prozent) dagegen, die umstrittene Rentengarantie abzuschaffen. Auch die Forderung der Wirtschaft, dass ausländische Fachkräfte leichter nach Deutschland kommen können, lehnen zwei Drittel der Befragten ab. In der Energiepolitik will eine Mehrheit am Zeitplan für den Atomausstieg festhalten oder sogar sofort aus der Atomenergie aussteigen. Große Unterstützung bekommt Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ihren Plan, Kinder in Hartz-IV-Familien mit Gutscheinen zusätzlich zu fördern. In der Frage, ob die Hartz-IV-Sätze angemessen sind, ist das Land jedoch gespalten: Rund die Hälfte betrachtet die Leistungen als angemessen (45 Prozent) oder als zu hoch (9 Prozent). 41 Prozent halten das Niveau dagegen für zu niedrig.

Nachgerade verheerend fällt das Urteil über die Arbeit der Bundesregierung aus. Nur 16 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit "zufrieden" oder "sehr zufrieden", das sind noch einmal etwas weniger als im Juli dieses Jahres. Vier von zehn Befragten wünschen sich eine SPD-geführte Bundesregierung, nur drei von zehn wollen weiter die Union an der Spitze sehen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) verharren im Imagetief, wobei der Vizekanzler mit nur 22 Prozent Zustimmung zu den unbeliebtesten Politikern gehört. Der Minister mit dem schlechtesten Ansehen ist Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), der sich damit in die Tradition seiner Amtsvorgänger einreiht. Drei Viertel der Bürger sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Bundespräsident Christian Wulff (CDU) wird fünf Wochen nach Amtsantritt überwiegend positiv beurteilt.

Wäre morgen Bundestagswahl, sähe das Ergebnis nicht viel anders aus als beim Deutschlandtrend im Juli: Die Grünen kämen auf 17 Prozent, die Linke auf zehn und die FDP auf fünf Prozent. Union und SPD kämen jeweils auf 31 Prozent, wobei die SPD im Osten mit 27 Prozent vor der CDU läge (25).

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