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Südamerika

Zwischen Venezuela und Kolumbien droht Krieg

Die Spannungen zwischen den Nachbarländern Venezuela und Kolumbien haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Venezuelas Präsident Hugo Chávez schloss die Grenzen zu Kolumbien und brach die diplomatischen Beziehungen ab.

Präsident Hugo Chávez hat die die Streitkräfte in Venezuela in Alarmbereitschaft versetzt
Foto: AFP
Präsident Hugo Chávez hat die die Streitkräfte in Venezuela in Alarmbereitschaft versetzt

Auf den Vorwurf der kolumbianischen Regierung, er unterstütze die Farc-Guerilla im Nachbarland, hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen. Internationale Politiker riefen beide Regierungen zur Besonnenheit auf.

Um die Würde seines Landes zu wahren, habe er keine andere Wahl, als die diplomatischen Beziehungen mit dem Bruderland Kolumbien komplett einzustellen, sagte Chávez laut Medienberichten aus Kolumbien und Venezuela. Zudem setzte Chávez die Streitkräfte in Alarmbereitschaft und wies die kolumbianischen Diplomaten an, innerhalb von 72 Stunden das Land zu verlassen.

Der noch bis zum 8. August amtierende kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hatte zuvor in seiner letzten Rede an die Nation den "Narco-Terroristen", die auf venezolanischem Gebiet Unterschlupf finden, den Kampf angesagt. "Der Narco-Terrorismus ist eine Bedrohung für uns und unsere Nachbarn", sagte Uribe. "Was wir nicht zulassen werden und worüber wir nicht schweigen werden, ist, wenn man dem Terrorismus ein Refugium gibt."

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte jetzt beide Regierungen zur Zurückhaltung auf. Ban hoffe, die Differenzen zwischen Kolumbien und Venezuela könnten im Dialog und auf friedliche Weise gelöst werden, sagte ein UN-Sprecher in New York.

Auf dem südamerikanischen Kontinent sorgte die Eskalation für hektische Betriebsamkeit: Nach Berichten der argentinischen Nachrichtenagentur Telam regte Ecuadors Präsident Rafael Correa einen Sondergipfel der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) an und bat den Generalsekretär und früheren argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner, zwischen Kolumbien und Venezuela zu vermitteln. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva habe sich eingeschaltet.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderte die Spitzen beider Länder auf, umgehend wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen. "Nur so kann die Stabilität der Region gewährleistet werden", sagte eine Sprecherin Ashtons in Brüssel. Auch das deutsche Auswärtige Amt appellierte an die Konfliktparteien, eine Eskalation zu vermeiden. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu einer Entschärfung beitragen könne, sagte ein Sprecher in Berlin.

Chávez' Reaktion folgte einer von Kolumbien einberufenen Sondersitzung der OAS in Washington. Bei dem Treffen hatte Kolumbien Dokumente vorgelegt, wonach sich 1500 kolumbianische Rebellen ungestört in Venezuela aufhalten.

Nach Berichten der Zeitung "El Universal" sagte der OAS-Botschafter Kolumbiens, Luis Alfonso Hoyos, einige Zonen auf der venezolanischen Seite seien zu wahren Sommercamps für Rebellen, vor allem von der als drogenfinanziert geltenden Farc-Guerilla, geworden. Chávez wies die Vorwürfe dagegen zurück und äußerte die Vermutung, die Beweise könnten gefälscht sein. Gleichzeitig warnte er, Kolumbiens Präsident Uribe strebe möglicherweise eine Militäraktion in der Grenzregion an, weshalb er seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzen müsse. Chávez behauptete in Anwesenheit des in Caracas weilenden argentinischen Nationaltrainers Diego Maradona, Kolumbien zettele gemeinsam mit den UN einen Krieg gegen Venezuela an.epd/Stg

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