Bundespräsident
Christian Wulff lobt Jogi Löw und Horst Hrubesch
Bundespräsident Christian Wulff hofft, dass Joachim Löw Bundestrainer bleibt und er den Spielern 2014 in Brasilien den WM-Pokal übergeben kann.
Die deutsche Mannschaft präsentiert sich im Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay mit ungewohntem Gesicht. Miroslav Klose bleibt verletzt auf der Bank, für ihn spielt Cacau. Außerdem: Butt für Neuer, Aogo für Lahm und Jansen für Podolski.
Frage: Herr Bundespräsident, eine Ihrer ersten Dienstreisen haben Sie nach Südafrika geführt. Pflicht oder Herzensangelegenheit?
Christian Wulff: Zur Nationalmannschaft zu reisen, zumal bei einem so starken Turnier, ist natürlich eine Freude für einen Fußball-Fan wie mich. Ich bin begeistert von Bundestrainer Joachim Löw. Er hat dieses Team geformt und eine große Leistung erbracht. Wenn es nach mir als Privatmann ginge, müsste er bleiben. Als Bundespräsident ist man für diese Entscheidung leider nicht zuständig, da muss man die Aufgabe der Verfassung beachten.
Frage: Denken Sie, dass er bleibt?
Wulff: Ja, ich denke, dass er bleibt und diese junge, hoffnungsvolle Mannschaft weiter formt. Ich möchte aber auch an Horst Hrubesch erinnern, der in der Nachwuchsarbeit des Deutschen Fußball-Bundes hervorragende Vorarbeit geleistet hat. Wenn man noch Sportdirektor Matthias Sammer und Teammanager Oliver Bierhoff einbezieht, kann man nur den Hut ziehen und die Arbeit loben. Wir haben einfach einen tollen DFB, der der weltweit wohl erfolgreichste Sportverband ist.
Frage: Haben Sie mit Löw nach dem Spiel über Ihren Wunsch nach seiner Vertragsverlängerung gesprochen?
Wulff: Ich gehe davon aus, dass er weiß, dass es beim DFB mit dem Präsidenten Theo Zwanziger und anderen Leute gibt, die hinter ihm stehen. Ich habe Löw nur gesagt, dass Deutschland ihm dankbar dafür ist, dass er in den vergangenen Jahren ein solches Team mit diesem Charakter und dieser Moral geformt hat. Was wir hier in Südafrika gesehen haben, war die Teamleistung einer Mannschaft voller Weltklassespieler. Ich habe auch einzelnen Spielern gesagt, wie begeistert das Land von der Art, wie die Nationalmannschaft spielt, ist.
Frage: Haben Sie einen deutschen Lieblingsspieler?
Wulff: Nein, ich finde eigentlich alle gut. Gegen Uruguay war Bastian Schweinsteiger für mich der überragende Mann auf dem Platz. Da konnte selbst sein Fehler, der zum 1:1 führte, nicht dran ändern. Er hat die Kapitänsbinde von Philipp Lahm (der mit Grippe fehlte; d. Red.) übernommen und auf dem Platz die Anweisungen gegeben. Das zeigt, dass in dieser Mannschaft jeder bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich reinzuhängen – auch nach einer so langen und anstrengenden Saison. Das finde ich sehr bewegend.
Frage: Sie haben nach dem Spiel die Bronzemedaillen mit an die Mannschaft verteilt.
Wulff (schmunzelt): Ja, aber ich hätte lieber den WM-Pokal an sie übergeben.
Frage: Das können Sie ja in vier Jahren in Brasilien machen. Die nächste WM fällt ja noch in Ihre Amtszeit.
Wulff: Das stimmt, das habe ich mir während des Spiels gegen Uruguay auch überlegt. Ich würde gern den WM-Pokal an unsere Mannschaft mit überreichen. 2014 wäre doch eine gute Gelegenheit. Ich werde es als feste Programmplanung mit in meinen Terminkalender aufnehmen.
Aufgezeichnet von Lars Wallrodt
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