Christian Wulff erst im dritten Wahlgang gewählt - ein Kinnhaken für die Kanzlerin. Das Wahl-Drama vom Mittwoch zeigt, dass die Spitzen der Regierungskoalition ihre Abgeordneten nicht im Griff haben. Es ging um Rache, meint unser Kommentator Hajo Schumacher.
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Die Wahl ist vorbei. Ein Mitarbeiter des Reichstags entfernt nach der Wahl des Bundespräsidenten eine schwarz-rot-goldene Fahne.
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Nach der Wahl: Kanzlerin und Vizekanzler beim Hessenfest in der hessischen Landesvertretung.
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Dort bekommt Merkel ein Geschenk: Gurken im Glas.
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Reporter warten vor dem reichstag auf den neu gewählten Bundespräsidenten.
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Der künftige Bundespräsident Christian Wulff fährt mit seiner Eehefrau Bettina nach der Wahl im Auto davon.
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Ende eines Krimis: Die neue First Lady Bettina Wulff und der neue Bundespräsident Christian Wulff.
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Direkt nach der Wahl hält Wulff eine kurze Rede.
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Darin sagte Wulff, er wolle sich besonders um Bürger ausländischer Herkunft kümmern.
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Das Manuskript: Christian Wulffs Vorlage.
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Blumen für das neue Staatsoberhaupt.
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Joachim Gauck gratuliert dem neuen Bundespräsidenten Christian Wulff.
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Geschafft: Christian Wulff erhält im dritten Wahlgang 625 Stimmen - also die absolute Mehrheit, die er in den zwei vorangegangenen Wahlgängen verfehlte.
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Die Kanzlerin umarmt ihren gewählten Kandidaten.
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Applaus: Joachim Gauck kommt im dritten Wahlgang auf 494 Stimmen.
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Anspannung bei der Union: Schafft Christian Wulf es im dritten Versuch?
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Joachim Gauck, so scheint es, drückt sich die Daumen.
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Dritter Wahlgang - die Bundesversammlung wartet auf die Ergebnisse.
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Auch im zweiten Wahlgang reicht es nicht für einen Bundespräsidenten Christian Wulff: Die Kanzlerin und der Kandidat prüfen die Abstimmungsergebnisse.
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Joachim Gauck, Kandidat von SPD und Grünen, nach dem zweiten Wahlgang - er erhielt 490 Stimmen.
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Sie scheinen sich gut zu verstehen: Daniela Schadt (li.), Lebensgefährtin von Joachim Gauck, und Bettina Wulff, Ehefrau von Christian Wulff.
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Sieht aus, als ließe sich die Spannung gemeinsam besser aushalten - abgesehen davon, dass es beiderseits eine sympathische Geste ist.
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Der zweite Wahlgang zur Wahl des Bundespräsidenten ist vorbei. Eine Saaldienerin räumt die Stuhlreihen im Plenum des Reichstages auf.
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Angela Merkel geht - die Unionsfraktion hat sich gerade getroffen.
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Zufrieden kann die Kanzlerin nicht sein. Eine ganze Reihe von Wahlmännern und -frauen der Regierungskoalition hat nicht für Christian Wulff gestimmt, den Kandidaten von Union und FDP.
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Versteinerte Minen bei der Union - und Noch-NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (obere Reihe links) scheint sich zu fragen, ob er richtig gehört hat: Wulff ist auch im zweiten Wahlgang durchgefallen.
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Der Kandidat und seine Kanzlerin. Für Christian Wulff reichte es auch im zweiten Wahlgang nicht für die absolute Mehrheit. 615 Delegierte stimmten für ihn, acht weniger als benötigt. Nun kommt es zum dritten Wahlgang, bei dem die einfache Mehrheit für einen Kandidaten ausreicht.
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Dabei hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der ersten gescheiterten Abstimmung an die Wahlleute der Union appelliert, im zweiten Wahlgang der Bundesversammlung für den schwarz-gelben Kandidaten Christian Wulff (beide CDU) zu stimmen.
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Zweiter Wahlgang - Stimmabgabe.
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Eine der Urnen wird aus dem Plenum des Reichtages ...
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... zur Auszählung getragen.
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Christian Wulff blickt auf seine Uhr.
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Küsschen für die Kandidatin: Der ehemalige Linke-Vorsitzende Oskar Lafontaine (Mi.) umarmt die Kandidatin Lukrezia Jochimsen.
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Die Schauspiereinnen Nina Hoss (li.) und Martina Gedeck mit Fritz Kuhn, Chef der Grünen-Bundestagsfraktion.
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Wahlfrau und Wahlmann: Verlegerin Friede Springer (Morgenpost Online gehört zum Verlag Axel Springer) und Verleger Hubert Burda.
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Drinnen wird gewählt - vor dem Reichstag spielt Leierkastenmann Thomas Gostischa.
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Die Wahlurne - im ersten Wahlgang gab es keine Entscheidung: 600 Stimmen für Christian Wulff (CDU), 499 Stimmen für Joachim Gauck, den Kandidaten von SPD und Grünen, 126 Stimmen für Lukrezia Jochimsen, Kandidatin der Linken, drei Stimmen für Frank Rennicke, Kandidat der rechtsextremistischen NPD. Es wurde ein zweiter Wahlgang angesetzt.
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Christian Wulff gibt seine Stimme ab.
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Sie steckt den Stimmzettel in die Urne und ...
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... und versichert sich, dass das auch funktioniert.
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Blick in den Plenarsaal: Die Bundesversammlung tagt.
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Die Wahl hat begonnen.
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1244 Wahlfrauen und -männer sind versammelt.
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Absperrung an einem Seiteneingang des Reichstages.
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Public Viewing: Die ARD hat Videowände aufgebaut - nach Fanmeile sieht es hier am Mittag allerdings nicht aus.
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Sie sind Mitglieder der Bundesversammlung: Die Schauspielerinnen Martina Gedeck (li.) und Nina Hoss (Mi.) und Regisseur Sönke Wortmann.
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Renate Künast und Jürgen Trittin (beide Grüne) begrüßen Christioan Wulff.
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Wahlmann Sebastian Krummbiegel, Sänger der Band "Die Prinzen".
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Krummbiegel nutzt die Gelegenheit - und posiert am Rednerpult.
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Der Präsidentschaftskandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck (re) und die Frau des Kandidaten der schwarz-gelben Koalition Wulff, Bettina Wulff (Mi.) auf der Reichstag-Besuchertribüne vor der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung.
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Auf der Besuchertribüne - Blick nach oben.
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Joachim Gauck im Plenarsaal.
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Christian Wullf mit Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle (FDP).
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Lukrezia Jochimsen, Kandidatin der Linken, mit Abgeordneten der Partei in der Bundesversammlung.
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Vor dem Reichstag treffen Politikerinnen und Politiker zur Bundesversammlung ein: Angela Merkel (CDU), ...
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... David McAllister, Fraktionschef der niedersächsischen CDU und im Falle der Wahl Christian Wulffs zum Bundepräsidenten designierter Ministerpräsident Niedersachsens, ...
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... Kurt Beck (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, ...
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... Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die eine gewisse Zeit als Kandidatin der Regierungskoalition für die Wahl des Staatsoberhauptes favorisiert wurde - und dann doch nicht antreten durfte, ...
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... Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), ...
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... Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, ...
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... Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), ...
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... Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), ...
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... Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), ...
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... Hannelore Kraft, die Landesvorsitzende der NRW-SPD.
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Für die Bundesversammlung mit insgesamt 1244 Wahlfrauen und -männern wurde der Reichstag umgebaut - und mit deutlich mehr Stühlen ausgerüstet.
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So sieht das von oben aus - jeder Stuhl hat auch ein Namensschild.
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Und besonders gereinigt wurde der Reichstag auch noch.
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Fratkionssitzung der Union - mit Zählappell: CSU-Chef Horst Seehofer, Präsidentschaftskandidat Christian Wulff (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
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Franktionssitzung der SPD vor der Bundesversammlung: Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel (li.) und der Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.
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Der Tag des Bundespräsidenten-Wahl beginnt mit einem Gottesdienst in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. Kandidat Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Bundeskanzlöerin Angela Merkel (CDU), Andreas Vosskuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, und Christian Wulff (CDU, von links)
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Christian Wulff kommt mit Frau und Tochter zum Gottesdienst, ...
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... Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin.
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Auch Lukrezia Jochimsen, Präsidentschaftskandidatin der Linken, kommt zum ökumenischen Gottesdienst.
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In der Kirche: Gauck, Kandidat von SPD und Grünen, und Wulff, Kandidat von Union und FDP, begrüßen sich.
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Die Stimmung scheint gut zu sein.
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Bundeskanzlerin, Bundestagspräsident und Oppositions-Kandidat.
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Joachim Gauck wird von seiner Lebensgefährtin begleitet, der Journalistin Daniela Schadt.
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Die Bundeskanzlerin begrüßt den Kandidaten der Regierungskoalition.
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Wulff kam mit Ehefrau Bettina und Annalena, der Tochter aus erster Ehe.
Selbst Politikmuffel konnten sich der Dramatik des gestrigen Tages kaum
entziehen. Die Wahl des zehnten Bundespräsidenten – ein Polit-Drama. Bis zum
Schluss gab es keinen Gewinner, nur eine klare Verliererin: Kanzlerin Angela
Merkel.
Nun ist klar geworden, wie es um die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP
steht: Offenkundig bekommen die Parteiführer Merkel, Seehofer und
Westerwelle ihre Abgeordneten nicht in den Griff und die Regierungschefin
das gesamte schwarzgelbe Konstrukt erst recht nicht. Wie tief müssen
Verletzungen, Wut und Rachegelüste wurzeln, wenn über 40 Wahlmänner und
-frauen sich die einmalige Chance entgehen lassen, durch ein geschlossenes
Votum im ersten Wahlgang den vielfach angekündigten Neuanfang halbwegs
glaubwürdig zu zelebrieren. Doch nicht mal im zweiten Durchgang bekam das
Trio seine Leute unter Kontrolle. Was als Ohrfeige für die Kanzlerin begann,
weitete sich im Laufe eines fast zehn Stunden währenden Wahlmarathons zum
schmerzhaften Kinnhaken aus.
Der Bundestag kennt das Instrument des konstruktiven Misstrauensvotums. Angela
Merkel erlebte gestern ein destruktives Misstrauensvotum: Es ging offenbar
nicht darum, nach vorn zu agieren, sondern, aus verschiedensten Motiven, um
Rache. Aber wenn die Autorität der Regierenden nicht mal für diese
vergleichsweise leichte Übung reicht, wie soll dieser Haufen erst bei echten
Problemen zusammenfinden? Es ist das schleichende Gift des Misstrauens, das
gestern durch die Flure des Reichstags wehte. Und wieder zeigte sich, wie
dilettantisch die Koalitionäre verfahren. Obgleich klar war, dass einige
Abgesandte der Ost-Liberalen für Wulffs Herausforderer Gauck stimmen würden,
behauptete Westerwelle nach dem ersten Wahlgang, seine Leute hätten
„geschlossen“ für Wulff gestimmt. Ein Affront für die sensiblen Unionisten,
denn die Übersetzung lautet: Die Union ist unzuverlässig.
So erging es anderen Kandidaten