Höchstes Staatsamt
Von der Leyen ist auch Favoritin vieler Bürger
Die Kanzlerin sähe Ursula von der Leyen gern als Nachfolgerin von Horst Köhler, heißt es. Auch viele Bürger können sich mit der Idee anfreunden.
Von der Leyens Vater Ernst Albrecht war einst Ministerpräsident von Niedersachsen. Das Bild zeigt ihr mit seiner Frau Heide-Adele und den musizierenden Kindern Donatus, Barthold und Ursula (vorne), Hans-Holger, Harald und Lorenz.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gilt unter den Deutschen als beste Kandidatin für die Nachfolge Horst Köhlers als Bundespräsident. Das ergab eine onlinegestützte, repräsentative Umfrage des Kölner Instituts YouGov im Auftrag der "Bild"-Zeitung.
Von den 1000 Befragten nannten 34 Prozent die 51-jährige von der Leyen als beste Kandidatin für das Amt. Auf Platz zwei kam Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff mit 13 Prozent. Für Finanzminister Wolfgang Schäuble und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (alle CDU) sprachen sich je 10 Prozent aus.
Mit 51 Jahren wäre Ursula von der Leyen im Falle ihrer Kandidatur und Wahl das jüngste Staatsoberhaupt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die am 8. Oktober 1958 geborene CDU-Politikerin würde als erste Frau nach neun Männern in das Präsidialamt einziehen. Der bislang jüngste Bundespräsident war der FDP-Politiker Walter Scheel, der im Alter von 54 Jahren seinen Amtseid leistete.
Das Alter der übrigen Bundespräsidenten lag bei Amtsantritt zwischen 60 und 69 Jahren: der erste Präsident, Theodor Heuss, war 65 Jahre alt, sein Nachfolger Heinrich Lübke war 64. Nach ihm zog Gustav Heinemann mit 69 Jahren ins Präsidialamt ein. Nach Scheel wurde Karl Carstens mit 64 Jahren Bundespräsident, das gleiche Alter hatte Richard von Weizsäcker bei seinem Amtsantritt. Roman Herzog leistete seinen Amtseid mit 60 Jahren, Johannes Rau war 68 Jahre alt. Horst Köhler trat seine Amtszeit im Alter von 61 Jahren an.
Aus Koalitionskreisen heißt es, von der Leyen sei der Favorit von Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Amt. Merkel würde mit von der Leyen eine der wenigen Sympathieträger ihres Kabinetts in das höchste Amt des Staates bringen. Die Tochter des einstigen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht belegt stets vordere Plätze in den Umfragen. Dabei kommt der Ministerin zugute, dass sie trotz Krisenzeiten derzeit stets gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt verkünden kann – ohne großes eigenes Zutun. Für große Akzente im Ministerium ist ihr bislang keine Zeit geblieben.
In von der Leyens Ressort warten mehrere Großbaustellen. Bei den im Koalitionsvertrag genannten Streitthemen – Neuregelung der Hartz-IV-Zuverdienste, höhere Grenzen für 400-Euro-Jobs, Mietpauschale für Hartz-IV-Bezieher – ist keine Lösung in Sicht. Einzig in der Dauerfehde mit der FDP über Mindestlöhne und bei der weiteren Förderung der Kurzarbeit konnte sie punkten.
Ihr größter Erfolg – die Einigung von Bund und Ländern mit der SPD auf eine Grundgesetzänderung zur Reform der Hartz-IV-Jobcenter - ist noch nicht in trockenen Tüchern. Auch die Umsetzung des Verfassungsgerichtsurteils zur Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder steht noch an.
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