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01.06.10

Schwedischer Krimiautor

Henning Mankell bleibt vorerst in Israels Gewalt

Schwedens berühmtester Krimiautor, Henning Mankell, war an Bord eines der Schiffe, die vor dem Gaza-Streifen ersttürmt wurden. Er bleibt in Israels Gewahrsam.

dpa

Henning Mankell gehörte zu den Aktivisten, die vom israelischen Militär auf offenem Meer angegriffen wurden. Morgenpost Online stellt den schwedischen Krimiautor vor.

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Der schwedische Krimiautor Henning Mankell und acht seiner Landsleute, die sich an Bord eines der Schiffe der Gaza-Flottille befanden, sind von israelischen Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen worden. Das schwedische Außenministerium teilte mit, Mankell und die acht anderen seien an Land gelangt und festgenommen worden. "Ich glaube, Henning Mankell ist nur in Gewahrsam", sagte Außenamtssprecher Anders Joerle, einige andere der Schweden seien im Gefängnis.

Einige der Schweden seien leicht verletzt, sagte Joerle. Den Festgesetzten sei von den israelischen Behörden angeboten worden, entweder umgehend abgeschoben zu werden oder sich einem Gerichtsverfahren zu stellen.

Mankells Kriminalromane mit seinem Kommissar Kurt Wallander wurden weltweit 25 Millionen Mal verkauft. Er hatte vor seiner Teilnahme an dem Hilfskonvoi im schwedischen Hörfunk gesagt, er wolle seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk demonstrieren.

Israel will einige der Aktivisten an Bord der erstürmten Gaza-Schiffe vor Gericht stellen. Der für die innere Sicherheit zuständige Minister Jitzak Aharonovitch sagte im israelischen Fernsehen, die meisten Festgenommenen würden nach einer halbstündigen Prozedur freigelassen. "Sie werden medizinisch untersucht, es gibt Ermittlungen, eine Befragung und danach kann jeder, der Israel verlassen will, zum Flughafen gehen."

Dies gelte jedoch nicht für Personen, die unter Verdacht stünden, an der Gewalt beteiligt gewesen zu sein. Denen werde der Prozess gemacht, sagte Aharonovitch.

Bei der Erstürmung von sechs Schiffen durch israelische Soldaten im Mittelmeer waren nach israelischen Angaben neun Menschen getötet worden. Die Organisatoren wollten trotz der israelischen Blockade Güter in den Gazastreifen bringen, der von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert wird.

Die etwa 700 Personen an Bord der Schiffe wurden am Dienstagmorgen weiter in der Hafenstadt Aschdod und Umgebung festgehalten. Unter ihnen sollen zehn Bundesbürger sein. Das Auswärtige Amt erklärte, fünf der Deutschen seien wohlauf. Der Verbleib der anderen fünf sei noch unklar. Israelischen Militärkreisen zufolge sollen die meisten der Toten Türken sein.

Israel ließ keinen Kontakt zu den Festgenommenen zu. Damit lag zunächst ausschließlich die israelische Darstellung des Vorfalls vor. Die Armee erklärte, ihre Soldaten seien auf dem Schiff angegriffen worden und hätten sich verteidigt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte sein Bedauern über die Todesfälle. Er betonte ebenfalls, die Soldaten hätten aus Notwehr gehandelt. Am Dienstag soll das israelische Kabinett über die Situation beraten.

International war der Vorfall mit Entsetzen und Empörung aufgenommen worden. US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel pochten auf eine schnelle und vollständige Aufklärung des Vorfalls. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan verurteilte das israelische Vorgehen als "Staatsterrorismus".

Auch der UN-Sicherheitsrat befasste sich in einer Dringlichkeitssitzung am späten Montagabend mit der Erstürmung der Schiffe. Nach einer 90 Minuten langen öffentlichen Sitzung zogen sich die Mitglieder hinter verschlossene Türen zurück. Diplomaten zufolge diskutierten sie über den Text einer gemeinsamen Erklärung.

Quelle: AFP/Reuters/fas
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