Landtagswahl
Nur die Hälfte der Bürger war bei der Wahl in NRW
"Auf Messers Schneide" stehe die Wahl in Nordrhein-Westfalen, betonte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bei seiner Stimmabgabe. Nach Umfragen lagen Schwarz-Gelb und Rot-Grün in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Kopf an Kopf. Doch die Bürger blieben der Wahl in Scharen fern.
Das neue Führungsduo in NRW: Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann wagen eine rot-grüne Minderheitsregierung in Düsseldorf. Morgenpost Online...
Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat sich am Sonntag eine schwächere Beteiligung als vor fünf Jahren abgezeichnet. Bis 16 Uhr gaben einer Stichprobe zufolge knapp 53 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung in Düsseldorf mitteilte. 2005 waren es gegen 17 Uhr rund 60 Prozent gewesen. Letztlich wählten damals rund 63 Prozent der Berechtigten.
Der Ausgang der Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland gilt als völlig offen. So muss die schwarz-gelbe Koalition von Rüttgers den jüngsten Umfragen zufolge zittern, ob sie ihre 2005 errungene Mehrheit verteidigen kann. Es wird ein knappes Rennen erwartet. Die Wahllokale haben noch bis 18.00 Uhr geöffnet – unmittelbar danach werden erste Prognosen und Hochrechnungen veröffentlicht.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland sind rund 13,3 Millionen Bürger zur Abgabe ihrer Stimmen aufgerufen. Die Wahl dürfte große Auswirkungen auch auf die Bundespolitik haben, da sie über die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat entscheidet.
Rüttgers bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Er will die CDU- FDP-Koalition fortsetzen. Seine Herausforderin ist die SPD-Kandidatin Hannelore Kraft, die an der Spitze einer rot-grünen Koalition erste Ministerpräsidentin in Nordrhein-Westfalen werden möchte. In Umfragen hatten zuletzt weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit, weil die Linkspartei mit dem Einzug in den Landtag rechnen kann.
In fast allen großen Städten des Landes waren am Muttertag weniger Menschen zu den Wahlurnen gegangen als vor fünf Jahren. Bis 13.00 Uhr lag in Aachen die Wahlbeteiligung bei 31,6 Prozent, in Essen bei 30,7 Prozent und in Köln und Dortmund bei 28,4 Prozent beziehungsweise 24,4 Prozent. In einigen Städten war nach Auskunft der Wahlämter der Anteil der Briefwähler allerdings höher als bei der Landtagswahl 2005. Bei der vergangenen Landtagswahl waren 63 Prozent der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gegangen.
Wegen des vorhergesagten knappen Wahlausgangs haben sich die Parteien mehrere Optionen offen gehalten. Weder CDU noch SPD schließen eine große Koalition aus. Die Grünen sind bereit, auch mit der CDU über ein Regierungsbündnis zu verhandeln. Die SPD hat eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht ausgeschlossen, aber stets betont, die Linke sei nicht regierungsfähig.
Lediglich die FDP hat sich festgelegt. Sie will nur mit der CDU regieren. Der Chef der Liberalen in NRW, Andreas Pinkwart, zeigte sich bei seiner Stimmabgabe in Alfter bei Bonn optimistisch: "Wir sind guten Mutes und wollen das Land auch weiter aus der Mitte regieren", sagte Pinkwart.
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