Indien
Militär entdeckt Chilischote als Anti-Terror-Waffe
Jolokia-Pfeffer oder "Geister-Chili" sind die schärfsten Chilischoten der Welt. Indische Militärwissenschaftler wollen mit ihrer Hilfe gegen Terroristen kämpfen. Das feuerrote Gemüse sei wegen des stechenden Geruchs und des auslösenden Würgens eine "effektive Waffe" – ohne die Feinde zu töten.
Von Sophie Mühlmann
Indische Militärwissenschaftler haben eine neue biologische Waffe gefunden: Jolokia-Pfeffer oder "Geister-Chili". Diese feuerroten Schoten, die in den Bundesstaaten in Indiens Nordosten wachsen, sind die schärfsten Chilischoten der Erde.
Das ist sogar im Guiness-Buch der Rekorde nachzulesen. Auf der sogenannte Scoville-Skala, die die Schärfe dieses Würz-Gemüses misst, werden die feurigen mexikanischen Jalapenos zwischen 2500 und 8000 Einheiten eingestuft.
Die daumengroßen "Bhut Jolokia" aber kommen auf brennende 1.040.000 Scoville-Einheiten. Die Schoten sind so scharf, dass indische Wissenschaftler sie nun gegen Terroristen einsetzen wollen: die erste Chili-Granate der Welt.
R.B. Srivastava, Chef des Life Sciences Departments im Hauptquartier für Verteidigungs-Forschung und Entwicklung (DRDO) in New Delhi, hält dies "definitiv" für eine "effektive Waffe, weil sein stechender Geruch Terroristen zum Würgen bringt und aus ihren Verstecken treiben kann".
Der Feind werde gestoppt, ohne ihn zu töten. Das Opfer müsse "sich übergeben, die Augen werden brennen wie die Hölle, aber all das ohne langfristigen Schaden.”
Damit aber, so glaubt Srivastava, sind die Möglichkeiten des "Geister-Chili" noch lange nicht ausgeschöpft: Er denkt über Chili-Spray für hilflose Frauen nach, über Tränengas-Ersatz für die Polizei oder gar über Chilipaste, "um wilde Elefanten fernzuhalten".
Leider konnte die Technologie bis jetzt noch nicht perfektioniert werden. Zwar gibt es bereits einen Chili-Granaten-Prototyp, doch es ist noch ein weiter Weg, bis die Chili-Technologie so weit sein wird, dass die Produkte über den Ladentisch gehen können.
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