Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
29.03.10

Innenkommissarin Malmström

EU plant Internetsperren gegen Kinderpornografie

Die Europäische Kommission will alle EU-Staaten verpflichten, den Zugang zu kinderpornografischen Webseiten zu blockieren. Würde die umfassende Richtlinie zum Kinderschutz realisiert, müsste Deutschland jene Internetsperren einführen, von denen sich die schwarz-gelbe Regierung gerade verabschiedet hatte.

© dpa
Internet

Die EU-Kommission will die Mitgliedsstaaten zur Sperrung von kinderpornografischen Internetseiten verpflichten. Handeln auf europäischer Ebene sei notwendig, um Schlupflöcher zu schließen, die unvermeidbar seien, wenn jeder Mitgliedsstaat im Alleingang den Zugriff auf diese Seiten sperren würde, schreibt EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in einem Gastbeitrag für die Internetseite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Am Montag hat die Schwedin in Brüssel einen entsprechenden Richtlinien-Entwurf vorgelegt, der auch die Bundesregierung zum Handeln zwingen könnte.

Nach dem Regierungswechsel hatte die schwarz-gelbe Koalition von einem entsprechenden Sperrgesetz aus der Zeit der großen Koalition Abstand genommen. Die Sperrung von Internetseiten ist höchst umstritten. Kritiker sehen ein Einfallstor für staatliche Zensur.

Die Kommission wolle "zumindest innerhalb der Europäischen Union mit den dunklen Ecken des Internets und den kriminellen Bildern von Kindesmissbrauch aufräumen", schreibt Malmström: "Hinter den Bildern im Internet verbergen sich weltweit Schicksale missbrauchter Kinder." Deshalb müsse alles getan werden, um unschuldige Kinder zu schützen, auch wenn viele der Bilder ihren Ursprung jenseits der EU-Grenzen haben.

Laut Malmström sollen die Mitgliedstaaten selbst regeln, wie sie den Zugang zu Kinderpornografie blockieren. "Sie könnten beispielsweise Anbieter von Internetdiensten dazu ermutigen, freiwillige Verhaltensregeln und Leitlinien zu entwickeln, um Nutzern den Zugriff auf kinderpornografische Websites zu verweigern", schreibt die Kommissarin: "Oder sie ermächtigen die zuständigen Polizei- und Justizbehörden per Gesetz, die Anbieter von Internetdiensten dazu aufzufordern, die Nutzung derartiger Seiten zu blockieren."

Bilder von Kindesmissbrauch könnten "unter keinen Umständen als legitime Meinungsäußerung gelten", wendet sich Malmström gegen den Vorwurf der Zensur: "Wenn Kinder erniedrigt werden, ist dies eine eindeutige Verletzung ihrer Grundrechte."

Quelle: EPD/dpa/fas
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Inventor of TV remote control dies at age 96
Erfinder der Couch-Potato

Ohne Eugene Polley gäbe es keinen gemütlichen TV-Abend.

Video Nachrichten mehr
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Fußball-EM 2012 Lukas Podolski hält Titelgewinn für möglich
Disco Queen Trauerfeier für Donna Summer
Rüstung Amnesty fordert Kontrolle des Waffenhandels
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote