Atomkraftwerke
Schwarz-Gelb erwägt Reaktor-Laufzeiten bis 2050
Norbert Röttgen (CDU) lenkt im Streit der Bundesregierung um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ein. Der Umweltminister ist nun doch bereit, für das energiepolitische Gesamtkonzept vier unterschiedliche Szenarien errechnen zu lassen. Der letzte Reaktor könnte damit erst 2050 vom Netz gehen.
Zum Beispiel Biblis in Hessen: Kernkraftwerke gibt es in Deutschland bereits seit 1960, das erste Versuchskraftwerk wurde damals von der Firma AEG gebaut.
Die Bundesregierung erwägt Zeitungsberichten zufolge eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke um bis zu 28 Jahre. Umwelt-, Wirtschaftsministerium und Kanzleramt hätten sich darauf verständigt, auch eine Verlängerung der Laufzeiten um 28 Jahre förmlich prüfen zu lassen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Demnach sollen Gutachter vier Szenarien errechnen lassen, für vier, zwölf, 20 und 28 Jahre.
Der geltende, noch von Rot-Grün und den Akw-Betreibern ausgehandelte Atomkompromiss sieht Regellaufzeiten von 32 Jahren vor. Bei einer Verlängerung um 28 Jahre ergeben sich somit Gesamtlaufzeiten von 60 Jahren. Das würde bedeuten, dass das letzte Atomkraftwerk ungefähr im Jahr 2050 vom Netz ginge.
Allerdings handele es sich dabei "lediglich um vorläufige Berechnungen", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). "Damit ist noch keine Vorentscheidung getroffen." Der Umweltminister tritt für eine deutlich knapper bemessene Verlängerung ein.
Nach einem Bericht des "Handelsblatt" erklärte er sich aber bei einem Gespräch mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bereit, die vier Szenarien errechnen zu lassen.
Die Unionsfraktion hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, auch eine Verlängerung um bis zu 28 Jahre zu erwägen. Bislang wollte die schwarz-gelbe Koalition maximal 20 zusätzliche Jahre prüfen.
Die Regierung aus Union und FDP arbeitet derzeit an einem energiepolitischen Gesamtkonzept, auf dessen Grundlage ab Herbst die Entscheidung über die Laufzeiten für Kernkraftwerke in Deutschland getroffen werden soll.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Von Griechenland bis Gesundheit: Plötzlich beginnt die Regierung mit dem Regieren
- Soziale Marktwirtschaft: Union und FDP entdecken ihr gemeinsames Projekt
- Nach EU-Beschluss: Schäuble verteidigt Hilfspaket für Griechenland
- Bundesregierung: Pharma-Konzept soll 1,45 Milliarden Euro einsparen
- Politbarometer: Außenminister Westerwelle bricht Negativrekord
- "Nicht verantwortbar": Unionsfraktion arbeitet gegen frühen Atomausstieg
-
09:52Schlagfertig: Ukrainische Politiker prügeln sich im Parlament
-
09:41Präsidentschaftswahl: Ägyptische Muslimbrüder jubeln nach Wahlkrimi am...
-
09:38Moabit: Berliner Ausländerbehörde mit Steinen und Farbe...
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. EU-Gipfel Griechenland soll nicht um jeden Preis im Euro bleiben
- 5. Ausreißer Kater Felix legt 240 Kilometer bis nach Berlin zurück














