Wehrdienst
Junge Union fordert allgemeine Dienstpflicht
Die Junge Union in Bayern setzt sich angesichts der geplanten Verkürzung des Wehrdienstes für eine allgemeine Dienstpflicht ein. Demnach müssten alle Männer einen Pflichtdienst an der Waffe, im Sozialwesen oder als Entwicklungshelfer absolvieren. Ausnahmen für als wehruntauglich Ausgemusterte gäbe es nicht.
Angesichts der Pläne für eine rasche Verkürzung des Wehr- und Zivildienstes macht sich die Junge Union (JU) Bayern für einen Pflichtdienst für alle jungen Männer stark – ohne Ausnahmen. "Die bayerische Junge Union setzt sich ein für eine allgemeine Dienstpflicht", sagte JU-Landeschef Stefan Müller. "Das bedeutet, dass dann jeder wählen kann, ob er seiner Dienstpflicht bei der Bundeswehr, im Sozialwesen oder im Bereich der Entwicklungshilfe nachkommen möchte." In der Verkürzung der Wehrdienstzeit sieht Müller einen "ersten Schritt" in diese Richtung.
"Die allgemeine Dienstpflicht ist die Möglichkeit, den Wehrdienst auch auf Dauer erhalten zu können", sagte Müller, der auch Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe ist. "Und dass der Wehrdienst erhalten werden soll, davon sind wir als Junge Union jedenfalls nach wie vor überzeugt", betonte er.
Nach einer Ankündigung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) soll die geplante Verkürzung der Wehrpflicht von neun auf sechs Monate auf Oktober vorgezogen werden. Der Zivildienst soll bereits zum 1. August auf sechs Monate verkürzt werden.
Die Verkürzung sei zu begrüßen, betonte Müller. "Aus JU-Sicht ist die Verkürzung der Wehrdienstzeit richtig, weil dies am Ende sicher - bei entsprechender Ausgestaltung – zu mehr Wehrgerechtigkeit führen wird." Denn bei einer gleich bleibenden Zahl von Wehrdienststellen könnten damit künftig mehr Wehrpflichtige einberufen werden. Und auch im Bereich des Zivildienstes werde die Verkürzung zu mehr Gerechtigkeit führen, weil mehr Zivis beschäftigt werden könnten.
Müller sprach sich aber für eine Übergangsfrist aus, um den Zivildienst-Anbietern den Umstellungsprozess zu erleichtern. Er nehme die Bedenken der Sozialverbände sehr ernst und halte eine solche Übergangsfrist sogar für "dringend notwendig". "Wir brauchen auf jeden Fall bis zum nächsten Jahr, um den Übergang hinzubekommen."
Müller plädierte zudem für die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung. "Ich bin dafür, dass wir – und das gilt für Wehrdienst und Zivildienst gleichermaßen – die Möglichkeit eröffnen, dass man sich freiwillig für drei oder sechs Monate länger verpflichten kann."
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