SPD-Generalsekretärin
Nahles für Frauenquoten in Parteien und Firmen
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich für Frauenquoten in Unternehmen und Parteien ausgesprochen. Ihre eigene Parteikarriere sei ihr leichter gefallen, weil in der SPD bereits eine Quote bestanden habe, sagte die ehemalige Juso-Chefin. Dennoch blieben auch bei den Sozialdemokraten viele Frauen in der zweiten Reihe.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles befürwortet Frauen-Quoten. Die jüngste Entscheidung der Telekom, bis Ende 2015 rund 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen mit Frauen besetzen zu wollen, sei ein "sehr erfreuliches Beispiel", sagte sie der "Morgenpost Online am Sonntag".
Entsprechende Regelungen in der SPD hätten sich bewährt. "Die Quote hat mir geholfen, weil ich in der SPD ein Klima angetroffen habe, wo schon vorher Frauen Verantwortung hatten. Ich war nicht die erste Juso-Bundesvorsitzende, sondern die dritte. Ich musste nicht erst mal den Beweis antreten, dass ich es als Frau überhaupt kann. Das hat mir Kraft für andere Dinge gegeben", erklärte die SPD-Politikerin.
Trotzdem gehöre zur Politik immer noch dazu, am Wochenende oder abends sehr viel Zeit bei Terminen zu verbringen. "Auch in unserer Partei bleiben viele Frauen deshalb lieber in der zweiten Reihe."
Telekom-Chef René Obermann hatte vor wenigen Tagen angekündigt, der Konzern werde als erstes der 30 Dax-Unternehmen eine Frauenquote für die oberen und mittleren Führungspositionen zu schaffen. Die Regelung soll weltweit für den gesamten Konzern gelten.
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte die Initiative. Unternehmen könnten es sich nicht mehr leisten, in den Führungsetagen auf die Kompetenz von Frauen zu verzichten, erklärte sie. Sie freue sich, dass die Telekom mit gutem, freiwilligem Beispiel vorangehe.
Eine gesetzliche Regelung könne nur "Ultima ratio" sein. In der "Financial Times Deutschland" forderte Schröder von den Firmen eine genaue Aufschlüsselung, "welchen Frauenanteil es auf welchen Ebenen gibt und wie der sich entwickelt". Dazu wolle sie Transparenz und Berichtspflichten verbessern.
Der Frauenanteil in deutschen Unternehmen ist vor allem in den Chefetagen verschwindend gering. Derzeit gibt es 2,5 Prozent weibliche Vorstände und knapp zehn Prozent weibliche Aufsichtsräte, wovon der große Teil über die Gewerkschaften entsandt wird.
Das vollständige Interview mit Andrea Nahles lesen Sie in der "Morgenpost Online am Sonntag"
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