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19.03.10

Reaktion auf Raketenangriffe

Israel bombardiert den Gazastreifen

Nach zwei Raketenangriffen radikaler Palästinenser mit einem Toten hat Israel in der Nacht auf Freitag mehrere Ziele im Gazastreifen bombardiert. Augenzeugen und Hamas-Vertretern zufolge wurden mindestens zwei Zivilisten verletzt. Das Nahost-Quartett bemüht sich um neue Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern.

AFP

Palästinenser präparieren Molotow-Cocktails und...

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Nach Raketenangriffen von radikalen Palästinensern hat die israelische Luftwaffe in der Nacht auf Freitag mehrere Ziele im Gazastreifen bombardiert. Die Kampflugzeuge griffen nach Angaben von Augenzeugen und Hamas-Vertretern sechs Ziele in dem Küstengebiet an, darunter mehrere Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten und eine Gießerei in Gaza.

Bei den Angriffen auf die Tunnelanlagen seien mindestens zwei Zivilisten verletzt worden. Die israelische Armee bestätigte die Luftangriffe auf sechs Ziele, darunter zwei Schmugglertunnel und eine Waffenfabrik. Es seien "direkte Treffer" erzielt worden, sagte ein Armeesprecher.

Am Donnerstag war erstmals seit dem Gaza-Krieg ein Mensch in Israel durch einen Raketenangriff radikaler Palästinenser ums Leben gekommen. Bei dem Toten handelt es sich um einen thailändischen Gastarbeiter in der Kooperative Netiv Ha'asara nahe dem Gazastreifen. Kurz darauf schlug in Israel eine weitere Rakete ein. Der israelische Vize-Ministerpräsident Silvan Schalom kündigte daraufhin Vergeltung an.

Zu dem Anschlag bekannten sich die bislang unbekannte Gruppe Ansar al-Sunna und die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, ein radikaler Flügel der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Das Kommando über den Gazastreifen hat die rivalisierende Hamas.

Das Nahost-Quartett hält trotz der angespannten Lage und der Verstimmung zwischen Israel und den USA an neuen Friedensbemühungen fest. "Unsere Ziele bleiben dieselben", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton zu Bemühungen um neue Gespräche zwischen Israelis und den Palästinensern.

Das Nahost-Quartett, bestehend aus Vertretern der USA, Russlands, der Uno und der EU, setze sich für eine Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Verhandlungen ein, die einer Zwei-Staaten-Lösung den Weg ebnen sollen, sagte Clinton. Es sei "nichts passiert", was das diesbezügliche Engagement der Verhandlungspartner verändert haben könnte.

Israel und die USA waren über die israelischen Siedlungsaktivitäten in Streit geraten. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in der vergangenen Woche den Bau von 1600 neuen Wohnungen im annektierten Ostteil Jerusalems ankündigte. Die USA hatten eine "formale Antwort" Israels auf ihre Kritik gefordert.

Am Donnerstag schließlich rief Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Clinton an. Bei dem Telefongespräch hätten sich beide Politiker auf konkrete vertrauensbildende Maßnahmen geeinigt, erklärten US-Außenamtssprecher Philip Crowley und Netanjahus Büro. Die USA würden nun die Aussagen Netanjahus prüfen, sagte Crowley in Moskau.

Die Friedensbemühungen im Nahen Osten und der Besuch von EU-Außenministerin Catherine Ashton waren am Donnerstag den beiden palästinensischen Raketenangriffen überschattet worden. Durch ein vom Gazastreifen aus abgefeuertes Geschoss wurde ein Mensch getötet, wenige Stunden später wurde eine zweite Rakete in Richtung Israel abgefeuert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Angriffe scharf. Derartige "Terrorakte und Gewalt" gegen Zivilisten seien "vollkommen inakzeptabel", erklärte Bans Büro.

Der US-Sondergesandte George Mitchell, der seinen Nahost-Besuch inmitten des Streits um die israelischen Siedlungspläne verschoben hatte, wird nun am Wochenende in die Region reisen. Nach Angaben der Palästinensischen Autonomiebehörde und des US-Außenministeriums soll Mitchell sowohl Netanjahu als auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas treffen.

Aus Angst vor neuen Auseinandersetzungen in Jerusalem kündigte die Polizei an, am Freitag erneut nur muslimischen Männern über 50 Jahren den Zutritt zum Tempelberg und der dortigen El-Aksa-Moschee zu gewähren. Rund 3000 Polizisten sollten in Alarmbereitschaft versetzt werden, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Am vergangenen Freitag war es auf dem Gelände zu heftigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen.

Quelle: AFP/Reuters/ks
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