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17.03.10

Sechs statt neun Monate

Guttenberg will Wehrpflicht schon früher verkürzen

Die im Koalitionsvertrag festgelegte Verkürzung der Wehrpflicht soll laut Verteidigungsminister Guttenberg vorgezogen werden. Statt ab Januar 2011 sollen die Truppen bereits ab Oktober nur noch sechs statt neun Monate zur Bundeswehr. Der Wehrbeauftragte Robbe ist skeptisch. Es müsse noch eine Sinnhaftigkeit erkennbar sein.

dpa

Nach den Einsätzen in dem umkämpften Land genießen die Soldaten vor dem Laptop die Ruhe.

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Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hat sich kritisch zur geplanten Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate geäußert.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios die Verkürzung der Wehrpflicht sogar vorziehen.

Wie Guttenberg in Berlin erklärte, plane er bereits die zum 1. Oktober dieses Jahres einberufenen Wehrpflichtigen schon nach sechs statt der bisher üblichen neun Monate wieder zu entlassen.

"In der Truppe wird die Verkürzung überwiegend sehr skeptisch gesehen, weil man dort im Augenblick noch nicht erkennen kann, in welche Richtung das Ganze gehen soll", sagte Robbe dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Nach seiner Auffassung müsse zumindest "gewährleistet sein, dass die jungen Männer, die künftig für sechs Monate eingezogen werden, darin eine Sinnhaftigkeit erkennen können". Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, die Wehrpflicht zum 1. Januar 2011 auf ein halbes Jahr zu verkürzen.

Guttenberg kündigte zudem an, die Zahl der jährlich einzuberufenden Wehrpflichtigen von derzeit 40000 auf 50000 zu erhöhen.

Die Verkürzung der Wehrdienstzeit hatten CDU/CSU und FDP bei Bildung der schwarz-gelben Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbart.

Robbe wies auf zunehmende Probleme der Bundeswehr durch die demographische Entwicklung und die schwieriger werdende Personalauswahl in der Truppe hin. "Die Qualität der Bewerber nimmt ab", sage er der Zeitung.

Robbe hatte seinen letzten Bericht als Wehrbeauftragter vorgestellt und Missstände wie einen gravierenden Ärztemangel sowie anhaltende Probleme bei Ausbildung und Ausstattung der Soldaten angeprangert. Robbes Amtszeit endet im Mai. Nachfolger soll Hellmut Königshaus von der FDP werden.

Quelle: AFP/dpa/jm
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