Reinhold Robbe
Wehrbeauftragter schlägt zum letzten Mal Alarm
Mittwoch, 17. März 2010 07:42Reinhold Robbe klagt bereits vor der Vorstellung seines letzten Jahresberichtes über die Missstände in der Bundeswehr: Neben 600 Militärärzten fehlen auch geschützte Fahrzeuge, Maschinengewehre, Transportflugzeuge und Hubschrauber. Robbe lässt fehlendes Geld für diesen mangelnden Schutz nicht gelten.

Kurz vor Veröffentlichung seines Jahresberichts hat der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, scharfe Kritik am Sanitätswesen der Bundeswehr geübt. Mehr als 120 Ärzte hätten gekündigt, derzeit fehlten insgesamt 600 Militärärzte, sagte der SPD-Politiker der „Bild“-Zeitung.
Die Zeitung berichtete, dass Robbe auch das Fehlen von geschützten Fahrzeugen, Maschinengewehren, Transportflugzeugen und Hubschraubern bemängeln werde.
Im ARD-"Morgenmagazin" sagte Robbe: „Etwas was mir Sorgen bereitet, ich sage das in aller Deutlichkeit, sind Strukturprobleme bei der Bundeswehr.“
Die Soldaten hätten oft das Gefühl, dass das was unten an der Basis wahrgenommen werde, bei den Entscheidungsträgern oben gar nicht richtig ankomme. Auch für die Sicherheit der Soldaten müsse mehr getan werden.Die Verteidigungsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, führt den Ärztemangel bei der Bundeswehr darauf zurück, dass der Sanitätsdienst vor allem für junge Leute nicht attraktiv genug sei.
Hoff sagte im Südwestrundfunk, seit zwei Jahren mache sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages dafür stark, dass für junge Ärztinnen und Ärzte die Rahmenbedingungen familienfreundlicher würden.
Dazu zähle auch, dass die Zeiten für Auslandseinsätze besser abzusehen seien.
Robbe legt zum letzten Mal als Wehrbeauftragter seinen Jahresbericht vor. Seine fünfjährige Amtszeit läuft im Mai aus. Als Nachfolger ist der FDP-Politiker Hellmut Königshaus nominiert. Robbe hatte vor wenigen Wochen mit der Veröffentlichung von Berichten über ekelerregende Aufnahmerituale bei den Gebirgsjägern im bayerischen Mittenwald für Aufsehen gesorgt. Daraufhin erhielt er Dutzende weitere Zuschriften mit Berichten über Rituale und Alkoholexzesse in anderen Truppenteilen. .dpa/jmErschienen am 16.03.2010






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