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Umfrage

Deutsche für Arbeitspflicht und Hartz-Gutscheine

Seit Wochen streiten Koaltion und Opposition über Hartz IV und die Einführung der Kopfpauschale. Jetzt zeigt eine Umfrage, was die Deutschen wirklich fordern. Sie sind für eine Arbeitspflicht von Hartz-IV-Empfängern, freies Schulessen und die kostenlose Nutzung von Verkehrsmitteln. Aber sie sind gegen die Kopfpauschale.

Rosenmontag Köln
Foto: dpa/DPA

Die große Mehrheit der Deutschen ist einer neuen Umfrage zufolge offenbar für eine Arbeitspflicht von Hartz-IV-Empfängern.

Nach einer von der „Leipziger Volkszeitung“ in Auftrag gegebenen Umfrage fordern 71 Prozent der Befragten, Leistungen nur dann auszuzahlen, wenn „in zumutbarer Weise“ dafür gearbeitet werde.

Bei der repräsentativen Umfrage des „Leipziger Instituts für Marktforschung“ wurden 1.002 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet befragt.

Bei der Frage nach den Sozialleistungen für Kinder hätten 76 Prozent Gutscheine für Kleidung, Spielsachen, Musikunterricht oder Ähnliches befürwortet, hieß es.

Nur ein knappes Viertel (24 Prozent) plädierte den Angaben zufolge für eine deutliche Erhöhung der Regelsätze sowie dafür, die Verwendung des Geldes den Eltern zu überlassen.

Fast 90 Prozent der Umfrageteilnehmer begrüßten ein kostenfreies Schulessen.

84 Prozent sprachen sich den Angaben zufolge für kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder freien Eintritt in Museen, Theater und Schwimmbäder für sozial benachteiligte Kinder aus.

Der Vorschlag, Hartz-IV-Sätze nach Regionen zu staffeln, werde dagegen mehrheitlich abgelehnt, hieß es. Die Bürger wurden in der Umfrage des Leipziger Instituts ebenfalls zu den geplanten Reformen im Gesundheitswesen befragt.

Die Mehrheit der Befragten lehnte dabei den Angaben zufolge die Umstellung auf eine "Kopfpauschale" ab.

Nur 34 Prozent unterstützen diesen Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).

Zustimmung erhielten hingegen seine Sparpläne in Bezug auf Arzneikosten.

Acht von zehn Bundesbürgern könnten sich eine staatliche Preisbindung für Medikamente vorstellen, hieß es.

epd/jm



Erschienen am 15.03.2010

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