Panik in Georgien
TV-Sender lässt Russen einmarschieren
Mittwoch, 9. Juni 2010 19:04Die Russen sind einmarschiert, Präsidenten Michail Saakaschwili ist tot: Diese vermeintlichen Nachrichten meldete ein georgischer Fernsehsender. Am Ende der Sendung hieß es, man habe nur gescherzt. Doch inzwischen war eine Panik im Land ausgebrochen, die sogar ein Menschenleben forderte.

Massenpanik in Georgien nach gefälschten Fernsehnachrichten: Ein Bericht über einen angeblichen neuen Einmarsch russischer Truppen in der Südkaukasusrepublik sowie den Tod des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili hat am Samstagabend viele Georgier in Angst und Schrecken versetzt. Der von Saakaschwili kontrollierte TV-Sender Imedi erklärte erst am Ende der Sendung, dass es keinen neuen Krieg gebe. Es sei nur eine mögliche Entwicklung gezeigt worden, hieß es. Russland, die georgische Opposition und Politologen sprachen von einem Skandal.
Die russische Nachrichtenagentur Interfax hatte zunächst auf Grundlage der Imedi-Sendung vom angeblichen Kriegsbeginn berichtet, zugleich aber darauf hingewiesen, dass nur dieser Sender die Information verbreite. Imedi gab demnach mit Kriegsbildern vor, dass russische Truppen Georgien besetzt und Saakaschwili getötet hätten. Die georgische Opposition bildete dem Bericht zufolge nach dem Putsch eine neue Regierung. Alles ein Scherz, hieß es erst am Ende.
Georgiens Opposition und russische Politiker warfen Saakaschwili vor, die Bürger in Angst versetzt zu haben. „Er ist ein schwer kranker und gefährlicher Mensch, er handelt wie ein Verbrecher“, sagte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin der Agentur Interfax. In spontanen Straßenprotesten forderten Demonstranten in Tiflis eine Bestrafung der Verantwortlichen. Der TV-Sender entschuldigte sich in einem Laufband bei den Zuschauern.
Nach dem Südkaukasuskrieg 2008 hatte Georgien die Kontrolle über seine abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien verloren. Russland wirft Georgien vor, mit einer Aufrüstung und verlogener Staatspropaganda eine Rückeroberung der Gebiete vorzubereiten.dpa/str
Erschienen am 14.03.2010






Stellenmarkt
Wohnungen
Branchenbuch
Kleinanzeigen
Veranstaltungen
Kinoprogramm










Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich