Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
13.03.10

Türkei gegen Schweden

Streit um Armenienresolution belastet EU-Treffen

Der Streit wegen der Armenienresolution hat auch ein informelles EU-Treffen überschattet. Der schwedische Außenminister Bildt nannte die Entscheidung der Parlamentarier in Stockholm "bedauerlich". Sein türkische Amtskollege Davutoglu mahnte an, dass "dieser Fehler sich nicht wiederholen" dürfe.

REUTERS

Diesen armenischen Waisenkinder droht der Hungertod. Das Bild entstand 1919.

11 Bilder

Bei einem Außenminister-Treffen in Finnland hat der türkische Minister Ahmet Davutoglu die Armenienresolution des Stockholmer Parlaments als "schockierende Entwicklung" bezeichnet.

Der Stockholmer Reichstag hatte den Massenmord an Armeniern und anderen ethnischen Gruppen 1915 im Osmanischen Reich am Donnerstag als Völkermord eingestuft. Aus Protest hatte die Türkei – Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches – zunächst ihre Botschafterin aus Stockholm zurückgerufen und einen geplanten Besuch von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Schweden abgesagt.

Davutoglu betonte in Finnland, die Beziehung seines Landes zur schwedischen Regierung sei "ausgezeichnet". Schweden unterstütze weiter Ankaras Wunsch nach einer EU-Mitgliedschaft.

Mit Blick auf die Parlamentswahl in Schweden im September meinte er, die Entscheidung des Reichstages habe mehr mit der schwedischen Innenpolitik als mit der Beziehungen zwischen Schweden und der Türkei zu tun.

Sein schwedischer Kollege Carl Bildt nannte die Resolution der Stockholmer Parlamentarier "bedauerlich". Die "Politisierung der Geschichte ist niemandem dienlich". Man müsse jetzt nach vorne schauen, sagte er.

Die weitere Reaktion "hänge davon ab, wie die schwedische Regierung und das Parlament sich in Zukunft verhalten", sagte Davutoglu. Er hoffe, dass "dieser Fehler sich nicht wiederholen werde".

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei dem Treffen einiger EU-Außenminister, zu dem auch Davutoglu geladen war, "Länder müssen auf ihrem Weg und ihrem Blick nach vorn auch über ihre Vergangenheit nachdenken".

Erst in der vergangenen Woche hatte der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus die Verfolgung der Armenier als Genozid bewertet und damit das Verhältnis Washingtons zur Türkei belastet.

Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/16 zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben.

Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei vehement bestritten. Die christlichen Armenier hätten an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es in der Türkei zur Begründung.

Quelle: dpa/fas
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Fußball-EM 2012 Lukas Podolski hält Titelgewinn für möglich
Disco Queen Trauerfeier für Donna Summer
Rüstung Amnesty fordert Kontrolle des Waffenhandels
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote