Politbarometer
Die Deutschen wären mit keiner Koalition zufrieden
Union und FDP erreichen auch im aktuellen Politbarometer zusammen keine Mehrheit. Die Wähler wären aber auch mit den meisten anderen Bündnissen unzufrieden. Allein die große Koalition verfügt über mehr Befürworter als Gegner. Für die Opposition müssten diese Zahlen ein deutliches Alarmsignal sein.
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Im neuen ZDF-Politbarometer haben die beiden großen Parteien wieder an Zustimmung gewonnen. Union und SPD konnten in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen in der politischen Stimmung um jeweils zwei Punkte zulegen. Die CDU/CSU erreichte 39 Prozent, die SPD 26 Prozent.
Die FDP landete unverändert bei neun Prozent. Die Linke erreicht ebenfalls neun Prozent (minus eins). Die Grünen verloren nach ihrem Rekordwert im Februar zwei Punkte und erreichten 14 Prozent (minus zwei). Damit hätte Schwarz-Gelb weiter keine Mehrheit. FDP-Chef Guido Westerwelle erhielt in der Politikerrangliste erneut schlechte persönliche Werte.
Wenn bereits am nächsten Sonntag gewählt würde, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer-Projektion, die im Vergleich zum Februar unverändert ausfiel: Die CDU/CSU erhielte danach 36 Prozent, die SPD 25 Prozent, die FDP käme auf zehn Prozent, die Linke ebenfalls auf zehn Prozent, die Grünen erreichten 14 Prozent. Die sonstigen Parteien zusammen lägen weiterhin bei fünf Prozent. Damit hätten CDU/CSU und FDP keine parlamentarische Mehrheit.
Bei der Beurteilung verschiedener Koalitionsvarianten schnitt das jetzige Regierungsbündnis schlecht ab. Nur 27 Prozent begrüßten eine mögliche Neuauflage von Schwarz-Gelb nach der nächsten Bundestagswahl, eine Mehrheit von 53 Prozent fände dies schlecht. Den meisten Zuspruch erhielt eine mögliche große Koalition aus CDU/CSU und SPD. 41 Prozent der Befragten befürworteten ein solches Bündnis, 34 Prozent fänden es schlecht. Schwarz-Grün erreicht 30 Prozent Zustimmung, ein rot-rot-grünes Bündnis 20 Prozent und eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grüne 17 Prozent.
Unter den einzelnen Politikern erhielt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die beste Bewertung, er erreichte auf der Skala von plus fünf bis minus fünf einen leicht verbesserten Durchschnittswert von 2,0 (Februar: 1,9). Besser beurteilt wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Platz zwei mit 1,8 (zuvor 1,5). Es folgten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 1,3 (zuvor 1,0) und Wolfgang Schäuble mit 1,0 (zuvor 0,8), vor SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit 0,7 und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit 0,4. Beide SPD-Politiker erhielten eine unveränderte Bewertung. Auf Platz sieben folgte CSU-Chef Horst Seehofer mit 0,2 (zuvor 0,1).
Deutlich im Negativbereich landeten Westerwelle mit minus 0,9 (zuvor minus 0,8) und Linksfraktionschef Gregor Gysi ebenfalls mit minus 0,9 (zuvor minus 0,4). Schlusslicht wurde erneut der scheidende Linkenchef Oskar Lafontaine mit minus 1,2 (zuvor minus 1,0). Für die Erhebung befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag telefonisch 1204 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.
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