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10.03.10

Indonesien

Fatwa verbietet den Moslems das Rauchen

Ein Moslem darf nicht rauchen, findet eine der größten muslimischen Organisationen Indonesiens und hat eine entsprechende Fatwa erlassen. Das sei Selbstmord und unvereinbar mit dem Islam, sagte der Vorsitzende des Fatwakomitees. Rechtsgelehrte streiten sich bis heute, ob der Koran das Rauchen explizit verbiete.

© dpa
Rauchen soll für Moslems verboten sein.

Die indonesische muslimische Organisation Muhammadiyah hat eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, gegen das Rauchen erlassen. Das berichtete die Tageszeitung "Jakarta Globe". Die mit 30 Millionen Mitgliedern zweitgrößte Muslimorganisation des Landes wolle auch die Regierung auffordern, umgehend das "Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu ratifizieren, heißt es.

Yunahar Ilyas, Vorsitzender des Fatwakomitees der Muhammadiyah, setzte Rauchen mit Selbstmord gleich. "Rauchen beeinträchtigt unseren Körper in einer negativen Weise, indem es uns langsam umbringt. Deshalb ist es Haram – ein islamisches Tabu – weil der Islam Selbstmord verbietet", sagte er der Zeitung. Seine Organisation Muhammadiyah plane an Schulen, Universitäten und Krankenhäusern eine Kampagne über die Schädlichkeit des Rauchens.

Die "Indonesische Stiftung für den Verbraucherschutz" begrüßte die Fatwa. Im Januar 2009 hatte auch der "Indonesische Rat der Ulemas", das höchste Gremium des Islam in Indonesien, eine Fatwa gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit erlassen. Indonesien gehört zu jenen vier Mitgliedsstaaten der WHO, die bisher das "Anti-Tabak-Rahmenübereinkommen" nicht unterzeichnet haben. 152 Staaten haben das Abkommen ratifiziert.

Das Rauchen und dessen Vereinbarkeit mit dem Islamischen Glauben wird in islamischen Ländern immer wieder diskutiert. Rechtsgelehrte streiten sich bis heute, ob der Koran das Rauchen explizit verbiete.

Quelle: KNA/br
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