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09.03.10

Festnahme in Irland

Mordplan gegen Mohammed-Zeichner vermutet

Der schwedische Karikaturist Lars Vilks sei "wie ein Lamm zu schlachten". Dies forderte al-Qaida nach dem Erscheinen seiner Zeichnung in einer schwedischen Zeitung 2007, in der er Mohammed als Hund darstellte. In Irland wurden nun Verdächtige festgenommen, die Mordpläne gegen ihn geplant haben sollen.

DPA

9 Bilder

Wegen des Verdachts auf Mordpläne gegen einen schwedischen Mohammed-Karikaturisten sind in Irland vier Männer und drei Frauen festgenommen worden. Sie seien nach Ermittlungen europäischer Sicherheitsbehörden und des US-Geheimdienstes CIA gefasst worden, teilte die irische Polizei mit.

Das Terrornetz Al-Qaida hatte 100.000 Dollar Kopfgeld auf den Künstler Lars Vilks ausgesetzt. Vilks' Zeichnung des Propheten Mohammed als Hund hatte 2007 Proteste aus der islamischen Welt ausgelöst. Die Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wurden im Süden Irlands festgenommen und sind nach Medienangaben Muslime aus arabischen Ländern. Sie seien aber legal in Irland.

Vilks sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT: "Ich zittere nicht gerade vor Angst". Er sei Anfang des Jahres vom heimischen Geheimdienst Säpo über eine "verschärfte Sicherheitslage" nach Drohanrufen aus Somalia informiert worden. Das habe er aber nicht sonderlich ernst genommen. Vilks, der zurückgezogen in Schweden lebt, steht unter Polizeischutz.

Kurz nach dem Erscheinen seiner Zeichnung in einer schwedischen Zeitung 2007 hatte Al-Qaida dazu aufgerufen, den Karikaturisten "wie ein Lamm zu schlachten" und ihm den Hals aufzuschneiden. Auch gegen den Chefredakteur des Blattes waren Drohungen ausgesprochen worden. Auf dem Bild war der Körper eines Hundes zu sehen, der Kopf zeigte einen Mann mit Bart und Turban. Vor dem Druck in der Zeitung hatten mehrere Galeristen die Zeichnung abgelehnt, weil sie Angst um ihre Sicherheit hatten. Nach dem Erscheinen war in Schweden eine Diskussion um Meinungsfreiheit ausgebrochen.

Zwei Jahre vorher hatte es einen allerdings noch weitaus größeren Skandal um mehrere Mohammed-Karikaturen in Dänemark gegeben. Damals hatten Muslime in der ganzen Welt protestiert. Im dänischen Århus war unmittelbar nach dem Jahreswechsel 2009/2010 ein gebürtiger Somalier in das Haus des Karikaturisten Kurt Westergaard eingedrungen und wollte ihn mit einer Axt töten.

Westergaard hatte eine 2005 in der Zeitung "Jyllands-Posten" veröffentlichte Karikatur von Mohammed als Terrorist gefertigt, die massive Proteste in der islamischen Welt auslöste.

Der Däne konnte sich bei dem Mordanschlag in letzter Minute in einen verschließbaren Sicherheitsraum seines Hauses retten und die Polizei alarmieren. Der Täter wurde festgenommen.

Quelle: dpa/jm
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