Kindesmissbrauch
Schröder und Schavan laden zu Rundem Tisch
Nach den Missbrauchsskandalen der letzten Wochen wollen Familienministerin Schröder (CDU) und Bildungsministerin Schavan (CDU) nun handeln: Sie laden zum Runden Tisch ein. Zu dem Gremium sollen Vertreter beider großer Kirchen, von Ländern und Kommunen sowie des Deutschen Lehrerverbands gehören.
Angesichts der Missbrauchsskandale hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zu einem Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch eingeladen. Wie das Ministerium in Berlin bekannt gab, soll das Gremium unter Beteiligung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zum ersten Mal am 23. April tagen.
Der Runde Tisch soll sich in erster Linie mit Fragen der Vorbeugung gegen Missbrauch und Hilfen für die Opfer beschäftigen. Vertreter beider großen Kirchen, die Wohlfahrtsverbände, die Ärzteschaft, Vertreter von Ländern und Kommunen sowie der Deutsche Lehrerverband sollen sind zum runden Tisch geladen.
Ziel ist es gemäß Schröder, Selbstverpflichtungen und klare Verhaltensregeln zu erarbeiten. Darüber hinaus sollen Kinder und Jugendliche behutsam sensibilisiert werden, damit sie Missbrauch erkennen und klar benennen können. Ein dritter Schritt soll die "flächendeckende Sensibilisierung" von Fachkräften sowie von Eltern und Erziehungsberechtigten sein, um möglichem Missbrauch vorzubeugen oder Missbrauchsfälle schneller zu erkennen.
"Angesichts der jetzt bekannt gewordenen schrecklichen Ereignisse müssen wir dringend handeln", sagte Schröder. Kindesmissbrauch gebe es in unterschiedlichen Bereichen, "etwa in Internaten, in Sportvereinen aber auch in der Familie". Das Gremium solle Antworten auf folgende Kernfragen finden: Welche Art der Hilfe und Unterstützung benötigen die Opfer? Was ist zu tun, wenn Übergriffe geschehen sind? Welche Faktoren fördern Übergriffe auf Kinder und Jugendliche und wie lassen sich diese vermeiden?
Die Idee eines Runden Tisches zum Thema Kindesmissbrauch ist nicht neu. Am Wochenende hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ihre Forderung nach einem Runden Tisch zur Aufarbeitung der Kindesmissbräuche wiederholt. Sie verfolgt jedoch das Ziel, an einem Runden Tisch Entschädigungszahlungen zu erreichen für die Opfer jahrzehntelang zurückliegender Missbrauchsfälle in katholischen Schulen und Internaten, deren Fälle straf- und zivilrechtlich verjährt seien.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, lehnt diesen Vorschlag ab. hatte ein solches Gremium grundsätzlich befürwortet, allerdings die Beteiligung aller betroffenen Gruppen gefordert. Sexueller Missbrauch von Kindern sei kein spezifisches Problem der katholischen Kirche. Leutheusser-Schnarrenberger sagte dazu, ein Runder Tisch sei kein "Pranger", sondern könne "die gesellschaftliche Aufarbeitung befördern".
Schröder und Schavan streben demgegenüber Vorbeugungsmaßnahmen an. Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen müssten zudem im Umgang mit dem Thema sensibilisiert werden, erklärte Schröder.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Missbrauch, Misshandlung, Mixa: Jeder vierte Katholik erwägt Kirchenaustritt
- Sexueller Missbrauch: Mehrheit der Deutschen will Verjährung abschaffen
- Konvikt St. Albert: BAP-Frontmann Niedecken bestätigt Missbrauch
- Late Night "Maybrit Illner": Ein Alptraum aus Prügeln und Pädophilie
- Zur Vorbeugung: FDP fordert Beratungsstellen für pädophile Männer
- Misshandlungen: Deutsche Heimkinder sollen entschädigt werden
-
09:12Schulden-Haushalte: Sarrazin vergleicht Griechenland-Krise mit Berlin
-
09:08GfK-Konsumklima: Deutsche Verbraucher optimistischer als die Firmen
-
09:05Bagdad : USA nennen Ergebnis der Atomgespräche mit Iran...
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. EU-Gipfel Griechenland soll nicht um jeden Preis im Euro bleiben
- 5. Ausreißer Kater Felix legt 240 Kilometer bis nach Berlin zurück













