"Weisse Wölfe"
Junge Russen wegen rassistischer Morde verurteilt
Neun junge Russen müssen ins Gefängnis, weil sie aus rassistischen Gründen mehrere Einwanderer ermordet haben sollen. Insgesamt elf Menschen waren 2008 mit Messern und Schraubenziehern getötet worden. Die Verurteilten sind Mitglieder der "Weißen Wölfe", einer nationalistischen Gruppe mit klarem Hitler-Bezug.
In Russland sind neun junge Mitglieder einer nationalistischen Gruppe wegen einer Reihe rassistisch motivierter Morde zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen verurteilte ein Gericht in Moskau die Mitglieder der "Weißen Wölfe" im Zusammenhang mit elf Morden an Menschen mit Migrationshintergrund und einem versuchten Mord.
Der jüngste der Angeklagten im Alter zwischen 17 und 22 Jahren erhielt eine Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren, der älteste muss für 23 Jahre hinter Gitter. Die Morde waren 2008 verübt worden, dabei hatte die Gruppe vor allem Einwanderer aus Zentralasien mit Messern und Schraubenziehern angegriffen.
Acht der neun Angeklagten wurden zudem wegen Anstiftung zum rassistischen Hass verurteilt. Die Gruppe fühle sich in ihrer Weltsicht "anderen Völkern überlegen", hieß es laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti in der Anklage. Die "Weißen Wölfe" hatten sich im Jahr 2008, am 20. April – dem Geburtstag Adolf Hitlers – gegründet.
Seit dem Ende der Sowjetunion stiegen rassistische Angriffe in Russland stetig an. Zudem unterstützt auch ein großer Teil der Bevölkerung nationalistische Aussagen. Einer Umfrage vom Dezember zufolge stehen etwa 54 Prozent der Russen hinter dem Slogan "Russland den Russen".
Menschenrechtler berichten, allein im vergangenen Jahr seien 74 Menschen aus Rassenhass getötet worden. Besonders Zuwanderer aus zentralasiatischen Republiken wie Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan werden Opfer der oft tödlichen Attacken.
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