Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
18.02.10

Vertraulicher Bericht

Atom-Behörde fürchtet, dass Iran die Bombe baut

Erstmals hat es die Internationale Atomenergiebehörde IAEA für möglich erklärt, dass der Iran derzeit an einem atomaren Raketensprengkopf baut. In einem vertraulichen Bericht führt der Generaldirektor "schlüssige und glaubhafte" Hinweisen an. Auch die iranische Urananreicherung läuft demnach auf Hochtouren.

© REUTERS
Will das Atomprogramm seines Landes nicht aufgeben: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Will das Atomprogramm seines Landes nicht aufgeben: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ist besorgt, dass der Iran bereits an der Entwicklung eines atomaren Raketensprengkopfes arbeitet. Das geht aus einem vertraulichen Bericht der IAEA hervor, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt.

Yukiya Amano, der neue Generaldirektor der Behörde, sprach von "in sich schlüssigen und glaubhaften" Informationen zu möglichen Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stehen könnten. Diese Aktivitäten könnten auch "momentan" stattfinden. In früheren Berichten zum Iran hatte die IAEA nie auf aktuelle atomare Aktivitäten, sondern nur auf solche in der Vergangenheit verwiesen.

Die Inspektoren der IAEA bestätigten zudem, dass der Iran wie angekündigt die erste Charge Uran auf 20 Prozent angereichert hat. Der Iran habe der IAEA Messergebnisse vorgelegt, aus denen hervorgehe, dass in der Atomanlage in Natans bereits zwischen dem 9. und 11. Februar ein Anreicherungsgrad von bis zu 19,8 Prozent erreicht worden sei. Die Zentrifugen wurden demnach in Betrieb genommen, bevor Inpektoren der Atomenergiebehörde in Natans eintrafen.

Die UN-Behörde bemängelte, dass die Inspektoren vorab nicht rechtzeitig über den Beginn einer höheren Uran-Anreicherung informiert worden seien.

Eine Anreicherung auf 20 Prozent und mehr gilt als Hinweis darauf, dass der Iran an einer Atombombe arbeiten könnte. Dafür muss das Uran bis auf mehr als 80 Prozent angereichert werden. Für Kraftwerke wäre aber ein weit geringerer Anreicherungsgrad ausreichend.

Angesichts der potenziellen militärischen Dimensionen seines Atomprogramms müsse die Regierung in Teheran unverzüglich mit der IAEA zusammenarbeiten, heißt es in dem vertraulichen Bericht.

Die Organisation hatte vorgeschlagen, dass der Iran sein Uran im Ausland anreichern lässt. Damit sollten internationale Bedenken ausgeräumt werden, dass der Golfstaat in den Besitz der Atombombe gelangen könnte. Die Führung in Teheran hatte allerdings zahlreiche Bedingungen für den Uran-Austausch gestellt.

Die Sechsergruppe aus den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland lehnten die Forderungen als unannehmbar ab. Als Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad daraufhin die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent im eigenen Land anordnete, wurden die Forderungen nach neuen Sanktionen wieder lauter. Der Iran beteuert weiterhin, mit seinem Atomprogramm nur friedliche Zwecke zu verfolgen.

Quelle: dpa/AFP/Reuters/cn
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Fußball-EM 2012 Lukas Podolski hält Titelgewinn für möglich
Disco Queen Trauerfeier für Donna Summer
Rüstung Amnesty fordert Kontrolle des Waffenhandels
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote