Atom-Streit
Iran droht mit "harter Antwort" auf neue Sanktionen
Im Streit um Uran-Anreicherung und mögliche Sanktionen hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad der internationalen Gemeinschaft gedroht. Der Iran werde im Fall neuer Sanktionen dafür sorgen "dass sie es bedauern". Einem Austausch von atomarem Brennstoff räumte er gleichzeitig doch noch Chancen ein.
Der Iran wird nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad entschlossen auf neue Sanktionen reagieren. Die Antwort des Iran werde so hart sein, "dass sie es bedauern", sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz, ohne Einzelheiten zu nennen. In der Vergangenheit hatte der Iran damit gedroht, seine Ölproduktion zu drosseln. Zugleich erklärte Ahmadinedschad, die Idee des Austausches von atomarem Brennstoff sei noch nicht vom Tisch. Es gebe auch noch Gespräche darüber. "Wir haben erklärt, dass wir zu einem Brennstoffaustausch in einem fairen Rahmen bereit sind", sagte der Präsident.
In dieser Frage bot der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu seine Vermittlerdienste an. Er wolle bei seinem Besuch in Teheran die Chancen für eine Kompromisslösung ausloten, sagte Davutoglu. Einen Durchbruch erreichte er aber allem Anschein nach nicht.
Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki beschrieb die Gesprächsrunde lediglich als Konsultationen und nicht als Vermittlung: "Wir haben unsere türkischen Freunde über die jüngsten Entwicklungen in der friedlichen Atomangelegenheit Irans informiert."
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte vorgeschlagen, dass der Iran einen Großteil seiner Uranbestände außer Landes bringt und dafür nach einer bestimmten Zeit fertige Brennstäbe für den medizinischen Einsatz in einem Forschungsreaktor erhält. Damit sollten die Bedenken der internationalen Gemeinschaft ausgeräumt werden, dass der Iran in den Besitz der Atombombe gelangen könnte. Allerdings hat die Führung in Teheran zahlreiche Bedingungen für den Uran-Austausch gestellt, die von der Sechsergruppe aus den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland als unannehmbar abgelehnt wurden.
Als Ahmadinedschad daraufhin die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent im eigenen Land anordnete, wurden im Westen die Forderungen nach neuen Sanktionen wieder lauter. In einem gemeinsamen Brief an die IAEA warfen die USA, Frankreich und Russland dem Iran vor, damit den Streit zu eskalieren. Dieses Vorgehen schaffe neue Sorgen hinsichtlich der iranischen Absichten.
US-Präsidialamtssprecher Robert Gibbs betonte, die USA hielten sich alle Optionen offen, einschließlich eines militärischen Vorgehens. "Ich würde nichts ausschließen", sagte er. Die Zurückweisung aller diplomatischen Bemühungen der US-Regierung beweise, dass das Atomprogramm des Golfstaates von anderer Art sei, als der Iran weismachen wollte.
Eine Sprecherin des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew erklärte, der Iran müsse mit weiteren Strafmaßnahmen rechnen, wenn er die Bedenken der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich seines Atomprogramms nicht ausräume. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warb in Moskau für "Sanktionen mit Biss", die den Iran lähmen sollten. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm besonders bedroht.
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