EU-Kommissionschef
Barroso war für 700.000 Euro auf Reisen
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat im vergangenen Jahr 730.230 Euro für Reisen und Repräsentationszwecke abgerechnet. Allein die Reisekosten des Portugiesen beliefen sich auf mehr als 697.000 Euro. Die Gesamtausgaben aller 27 Kommissionsmitglieder summieren sich auf knapp vier Millionen Euro.
Die Repräsentationskosten für die einzelnen Kommissare rangierten einem Bericht der zuständigen Abrechnungsstelle PMO in Brüssel zufolge zwischen 5000 und 16.000 Euro – das Spesenkonto Barrosos schlug da mit 32.457 Euro vergleichsweise hoch zu Buche.
Seine Reisekosten in Höhe von exakt 697.773 Euro entstanden demnach bei den insgesamt 66 Reisen, die der Kommissionspräsident 2009 dem Bericht zufolge unternahm. Zehn Mal verließ er dabei die EU. Der PMO-Bericht war am Samstag vom Fernsehsender RTL in den Niederlanden und dem Online-Magazin "EU Observer" veröffentlicht worden.
"Herr Barroso reist viel", erklärte die EU-Kommission dazu auf Nachfrage. Barroso sei im vergangenen Jahr insgesamt 200 Tage unterwegs gewesen und dabei zudem "von vielen Leuten" begleitet worden, sagte der Kommissionssprecher Michael Mann. Barroso gebe mehr für Repräsentationszwecke aus als die anderen Kommissare, "weil er der Kommissionspräsident ist", sagte der Sprecher.
Die ebenfalls vielgereiste Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner gab 428.900 Euro für 60 Reisen aus, davon 21 ins außereuropäische Ausland. Das Spesenkonto der Österreicherin war mit 5000 Euro relativ knapp bemessen.
Der belgische Entwicklungskommissar Louis Michel und sein Nachfolger Karel De Gucht gaben dem Bericht zufolge 215.000 Euro für 46 Reisen aus, davon 18 außerhalb der EU. Für Repräsentationszwecke berechneten sie demnach zusammen 8600 Euro.
Vergleichsweise sparsam war auch der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen (SPD), der für seine 65 Reisen rund 122.000 Euro in Rechnung stellte. Justizkommissar Jacques Barrot aus Frankreich rechnete dem Bericht zufolge für dieselbe Anzahl Reisen 115.000 Euro für Reisen ab. Für Repräsentationszwecke gaben die beiden Kommissare jeweils weniger als 10.000 Euro aus.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Politische Führungsspitze: Skeptisches Parlament segnet EU-Kommission ab
- 19.364 Euro Zulage: EU-Parlament gönnt sich mehr Geld für Bürokratie
- Aussenamt: EU-Parlamentarier wollen Deutsch als Amtssprache
- Bulgarien: Jetzt ist Scheleva auch ihren Kabinettsposten los
- Designierter EU-Kommissar: Oettinger legt sich mit deutschen Energieriesen an
- Kommissare: EU-Parlament vergibt seine Chance auf Gestaltung
-
09:08GfK-Konsumklima: Deutsche Verbraucher optimistischer als die Firmen
-
09:05Bagdad : USA nennen Ergebnis der Atomgespräche mit Iran...
-
08:45Testergebnis: Sicherheit ist bei Kindersitzen nicht garantiert
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. EU-Gipfel Griechenland soll nicht um jeden Preis im Euro bleiben
- 5. Ausreißer Kater Felix legt 240 Kilometer bis nach Berlin zurück














