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08.02.10

Iranisches Nuklearprogramm

Frankreich und USA wollen Sanktionen verschärfen

Jetzt ist es offiziell: Der Iran wird trotz der angedrohten Sanktionen der internationalen Gemeinschaft sein Uran selbst auf 20 Prozent anreichern. Die Internationale Atomenergiebehörde bestätigte den Empfang eines entsprechenden Schreibens. Frankreich und die USA sehen nun die Zeit der Verhandlungen beendet.

© dpa-infografik/DPA
Das iranische Atomprogramm
Das iranische Atomprogramm

Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) formell mitgeteilt, ab Dienstag selbst sein Uran auf 20 Prozent anzureichern. Das sagte Teherans Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh. Angesichts der jüngsten Eskalation kündigten die USA und Frankreich an, sie wollten im UN-Sicherheitsrat zusammen auf verschärfte Sanktionen gegen den Iran hinarbeiten.

Der IAEA sei ein entsprechender "offizieller Brief" übergeben worden, sagte Soltanieh dem staatlichen Fernsehsender El Alam. Der Nachrichtenagentur Irna sagte er, Teheran habe darin die IAEA-Inspektoren in das Werk in Natans eingeladen, wo das Uran angereichert werden soll. So könnten "alle nuklearen Anlagen" des Iran unter die Kontrolle der Behörde gestellt werden.

Der Iran benötigt das angereicherte Uran angeblich für seinen Forschungsreaktor in Teheran. Der Westen verdächtigt den Iran jedoch, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms Nuklearwaffen zu entwickeln. Die IAEA schlug dem Iran daher den Kompromiss vor, sein niedrig angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung in einer einzigen Lieferung ins Ausland zu schicken. Teheran fordert aber, den Austausch parallel und in Etappen zu vollziehen.

Soltanieh sagte Irna, es seien mittlerweile "mehr als acht Monate" vergangen, seit der Iran bei der IAEA einen Bedarf an Brennstoff angemeldet habe. "Wir konnten einfach nicht länger warten, um für unsere Kranken zu sorgen", sagte er Irna.

Der Reaktor in Teheran soll radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke produzieren. Am Sonntag hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad angeordnet, das für den Reaktor benötigte Uran selbst anzureichern.

Gleichzeitig zeigte sich Teheran bereit, die Anreicherung zu stoppen, wenn der Westen auf die iranischen Bedingungen eingehe. Sollte Teheran parallel kleinere Mengen Uran austauschen dürfen, werde der Iran seine Anreicherung auf 20 Prozent stoppen, sagte der Chef der Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, laut der Nachrichtenagentur Mehr.

Die Bundesregierung verurteilte die neuerliche Provokation Teherans. Die "Ankündigungen der iranischen Führung" zeugten davon, dass der Iran "nicht kooperationsbereit ist", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sagte nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Robert Gates in Paris, es gebe im Streit mit dem Iran um dessen Atomprogramm "vollkommene Übereinstimmung" zwischen beiden Ländern. Frankreich hat im Februar den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat und ist eines von fünf ständigen Mitgliedern in dem Gremium. Der französische Außenminister Bernard Kouchner sagte, es blieben nun nur noch Sanktionen, "weil Verhandlungen nicht möglich sind".

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