Atomstreit
Irans Außenminister stellt neue Bedingungen
Von Kompromiss keine Spur: Irans Außenminister Manuschehr Mottaki hat neue Bedingungen für die Anreicherung von iranischem Uran im Ausland gestellt. Der Austausch gegen Brennelemente mit höher angereichertem Uran für den Forschungsreaktor in Teheran müsse "zeitgleich" erfolgen.
Irans Außenminister Manuschehr Mottaki hat neue Bedingungen für die Anreicherung von iranischem Uran im Ausland gestellt. Der Austausch gegen Brennelemente mit höher angereichertem Uran für den Forschungsreaktor in Teheran müsse "zeitgleich" erfolgen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe).
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte Anfang der Woche ein mögliches Einlenken im Atomstreit signalisiert und gesagt, der Iran habe "kein Problem" mit der vom Westen geforderten Anreicherung von iranischem Uran im Ausland. Mottaki machte aber deutlich, dass der Iran nicht bereit ist, einen entsprechenden Kompromissvorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ohne Veränderungen zu akzeptieren.
Nach dem Vertragsentwurf müsste der Iran 1200 Kilogramm seines leicht angereicherten Urans in einer einzigen Lieferung ins Ausland bringen und würde dafür binnen zwölf Monaten Brennelemente für seinen Forschungsreaktor erhalten, der radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke produziert. Mottaki forderte dagegen, die Uranmenge müsse sich "nach dem Bedarf der Iranischen Republik" richten. "Normalerweise bestimmt der Käufer die Menge", stellte er klar.
Bei einem weiteren Kernpunkt des IAEA-Vorschlags antwortete Mottaki ausweichend. Auf die Frage, ob der Iran bereit sei, den Austausch im Ausland vorzunehmen, etwa in Russland, sagte der Außenminister: "Es gibt viele verschiedene Orte, die genannt wurden. " Zunächst müsse Einigkeit "über die Mechanismen" erzielt werden. Dann könnten die Unterhändler "den leichtesten Weg und den besten Ort finden, wie man diesen Tausch durchführen kann", sagte Mottaki, der überraschend an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnimmt.
Mottaki betonte in dem Interview mehrfach den guten Willen seines Landes. Der Iran habe seine Bereitschaft zu dem Tauschgeschäft "auf höchster Ebene, durch den Staatspräsidenten" bekanntgegeben. Er hoffe daher, dass "dass die andere Seite den festen Willen Irans auch erkannt hat". Seit die IAEA im Herbst ihre Vorschläge vorgelegt habe, sei in "direkten und indirekten" Gesprächen bereits eine positive Atmosphäre geschaffen worden.
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