Rückzug
Zentralrat – Knobloch verzichtet auf zweite Amtszeit
Sonntag, 7. Februar 2010 16:20Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, will offenbar auf eine zweite Amtszeit verzichten. Mit ihr würde die letzte Überlebende des Holocaust das Präsidium der Juden verlassen. Im Herbst hatte Henryk M. Broder für Schlagzeilen gesorgt, als er mit dem Zentralratsvorsitz liebäugelte.

Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, verzichtet nach einem Bericht der „Zeit“ auf eine zweite Amtszeit. Allem Anschein nach reagiere die 77-Jährige damit auf Kritik an ihrer Amtsführung auch im engeren Führungskreis des Zentralrats, berichtet das Blatt unter Berufung auf Kreise des Zentralrats. Damit stehe der Vertretung der Juden in Deutschland eine große Zäsur bevor, da Knobloch die letzte Holocaust-Überlebende im Präsidium ist.
Im vergangenen Oktober hatte der Publizist Henryk M. Broder mit seiner Ankündigung für Schlagzeilen gesorgt, er wolle für die Nachfolge Knoblochs kandidieren. Obwohl er wenig später von seinem Ansinnen Abstand nahm, sorgte sein Vorstoß für eine heftige Debatte über die Rolle des Gremiums.
Knobloch führt den Zentralrat seit Juni 2006 als Nachfolgerin von Paul Spiegel. Die gebürtige Münchnerin ist seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zudem ist sie Vizepräsidentin des Europäischen Jüdischen Kongresses (seit 2003) sowie des Jüdischen Weltkongresses (seit 2005). Die Nazizeit hatte sie bei einer katholischen Familie in Franken überlebt, die sie als ihr uneheliches Kind ausgab.ddp/AFP/EPD/KNA/fasErschienen am 03.02.2010






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