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Winterausflug

EU-Bürger bezahlen Skiferien der Beamtenkinder

Die EU-Parlamentsbeamten dürfen sich in diesen Tagen nicht nur über eine Gehaltserhöhung von 3,7 Prozent freuen. Weitere Extraleistungen sollen die Arbeitsfreude der Beschäftigten beflügeln. Im Februar etwa fahren 80 Kinder von Parlamentsbeamten nach Norditalien. Hauptsponsor der Skiferien ist der Steuerzahler.

Winterurlaub
Foto: Getty Images/The Image Bank

Die Wirtschaftskrise hat Europa voll im Griff, fast jeder zehnte Erwerbsfähige ist arbeitslos. Aber auch in diesen Zeiten gibt es noch kleine Inseln des Glücks. Zum Beispiel das Europäische Parlament in Brüssel.

Dort dürften sich die rund 5000 Beamten demnächst nicht nur über eine Gehaltserhöhung von 3,7 Prozent freuen. Als Extraleistung gibt es im Abgeordnetenhaus auch „soziale Maßnahmen“, die die Arbeitsfreude der Beschäftigten beflügeln sollen. So fahren in der Karnevalswoche im Februar 80 Kinder von Parlamentsbeamten im Alter von acht bis 17 Jahren zum Skiausflug nach Spiazzi in Norditalien.

Hauptsponsor der einwöchigen Skiferien im Dreisternehotel ist der Steuerzahler. Er zahlt 84.050 Euro für den Ausflug der Beamtensprösslinge. Im Angebot sind neben Skifahren auch „Übungen mit Schneehunden“. Eine Sprecherin des EU-Parlaments: „Außerdem haben die Kinder Sprachunterricht.“

Die Kosten für den Skispaß in Italien liegen pro Kind bei 920 Euro. Dabei hat der Personalrat des Parlaments die Zuschüsse für die Beamten akribisch festgesetzt: Bei einem monatlichen Haushaltseinkommen von 8000 Euro netto gibt es beispielsweise pro Kind 414 Euro Zuschuss aus der EU-Kasse.

Wer „nur“ 4200 Euro netto verdient, bekommt 616,40 Euro dazu – immerhin 66 Prozent der Gesamtkosten. „Das ist ein unnötiger Ansehensverlust für das Parlament“, sagt die EU-Abgeordnete Inge Gräßle (CDU) vom Haushaltskontrollausschuss. „Bei uns gibt es so etwas nicht“, versichert der Sprecher des Deutschen Bundestags, Christian Hoose.

Ist der Skispaß erst einmal vorbei, dürfen sich die Kinder der Beamten schon auf eine weitere Feier freuen: auf Nikolaus. Zugelassen sind allerdings nur Kinder zwischen ein und zehn Jahren. Es gibt Musik, Geschenke und Süßes. Es soll ein Festtag für die Kleinen werden. Auch hier ist der Steuerzahler wieder mit im Boot. Er zahlt 73.800 Euro für die Feier.



Erschienen am 22.01.2010

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