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29.12.09

Nach Anschlagsversuch

Al-Qaida droht Amerika mit neuem Terror

Im Jemen gibt es nach Angaben des gescheiterten Attentäters Abdulmutallab weitere Personen, die Anschläge planen. Der jemenitische Zweig von al-Qaida, der Abdulmutallab offenbar gelenkt hat, droht den USA ebenfalls: "Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet", heißt es in einer Botschaft des Terrornetzwerks.

© AFP
US-ATTACKS-AIR-EXPLOSIVE
Dies ist laut ABC die Unterhose, in der Abdulmutallab den Sprengsatz versteckte

Nach dem versuchten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug gibt es Androhungen weiterer Attacken. Laut einem Bericht des TV-Senders ABC sagte der mutmaßliche Attentäter Umar Faruk Abdulmutallab bei seiner Vernehmung durch die Bundespolizei FBI, es gebe im Jemen viele wie ihn, die bald zuschlagen würden.

Der im Jemen ansässige Regionalzweig der Terrororganisation al-Qaida, der sich "al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" nennt, hatte sich zuvor zur Organisation des Anschlagsversuchs bekannt. In einer Botschaft, die von dem auf Terrorismus spezialisierte IntelCenter zitiert wurde, hieß es, man habe mit dem Bombenanschlag auf "ungerechte amerikanische Aggression auf der arabischen Halbinsel" reagieren wollen.

Das amerikanische Volk müsse sich auf neue Attentate einstellen, heißt es in der vom IntelCenter übersetzten Botschaft weiter. "Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet", lautete der Text weiter. Selbstmordattentäter stünden bereit. "Wir werden Euch mit Dingen treffen, von denen ihr nichts wisst, weil ihr tötet und deshalb getötet werdet. Unsere Rache ist nahe."

Die Gruppe rief zudem dazu auf, unter anderem Mitarbeiter von Botschaften gezielt anzugreifen. Alle westlichen Bürger müssten von der arabischen Halbinsel vertrieben werden.

Laut ABC hatte der Anführer des jemenitischen Al-Qaida-Zweigs bereits vier Tage vor dem Anschlagsversuch von Detroit in einer Videobotschaft erklärt: "Wir tragen eine Bombe, um die Feinde Gottes zu treffen."

In den USA wird nun nach den Gründen gesucht, aus denen der Attentäter Abdulmutallab nicht entdeckt und an der Einreise gehindert wurde. Nach Angaben der Regierung konnte ihm trotz Warnungen seines Vaters das Visum nicht entzogen werden. Dazu seien die Informationen, die das US-Außenministerium und das US-Zentrum für Terrorbekämpfung (NCTC) aus Nigeria erhalten hatten, "unzureichend" gewesen, sagte Außenamtssprecher Ian Kelly.

Demnach informierte der Vater des 23-jährigen Umar Faruk Abdulmutallab am 19. November die US-Botschaft in Abuja über die extremen religiösen Ansichten seines Sohnes. Einen Tag später habe die Botschaft dies an das Ministerium und das NCTC weitergegeben. Laut Kelly lag die Entscheidung über einen Entzug des Visums beim NCTC, das für Terrorverdächtige zuständig sei.

Heimatschutzministerin Janet Napolitano räumte Klärungsbedarf ein. Dem US-Fernsehsender CNN sagte sie, es müsse geklärt werden, wie der Nigerianer mit Sprengstoff an Bord eines Fliegers in die USA gelangen konnte. Es stelle sich die Frage, warum der 23-Jährige nur auf einer Liste mit mehr als einer halben Million potenziellen Terrorverdächtigen geführt worden sei, nicht aber auf der rund 4000 Namen fassenden Liste der Verdächtigen mit Flugverbot.

"Da hat ganz klar etwas nicht funktioniert", sagte Napolitano. Sie distanzierte sich somit von einer ihrer Äußerungen am Vortag, wonach bei dem Anschlagsversuch "das System funktioniert" habe. Sie habe damit lediglich gemeint, dass nach Bekanntwerden des Anschlagsversuchs die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen veranlasst worden seien.

Die Republikaner warfen der Regierung Verharmlosung der Gefahr. Der republikanische Senator Jim DeMint sagte auf Fox TV, der Anschlagsversuch zeige, dass US-Präsident Barack Obamas Dialogangebot an die Muslime und seine Pläne zur Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo "die Terroristen nicht besänftigen". Der republikanische Abgeordnete Pete Hoekstra sagte: "Die Obama-Regierung kam ins Amt und sagte, 'wir werden das Wort Terrorismus nicht mehr benutzen'". Damit habe sie versucht, die Terror-Gefahr "herunterzuspielen".

Quelle: AP/AFP/Reuters/cn
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