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29.12.09

Versuchter Anschlag auf Flugzeug

Obama will Hintermänner zur Strecke bringen

US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals persönlich zu dem versuchten Anschlag auf ein Flugzeug geäußert. Seine Regierung werde nicht ruhen, bis die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden seien. Ein Al-Qaida-Zweig bekannte sich zu der Tat. Das US-Heimatschutzministerium räumte Sicherheitspannen ein.

© AFP
Barack Obama äußerte sich auf Hawaii, wo er derzeit Urlaub macht, zu dem Anschlagsversuch
Barack Obama äußerte sich auf Hawaii, wo er derzeit Urlaub macht, zu dem Anschlagsversuch

Drei Tage nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug hat sich US-Präsident Barack Obama erstmals persönlich zu dem Vorfall geäußert und einen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Seine Regierung werde "nicht ruhen", bis nicht alle Verantwortlichen für den Anschlagsversuch am Freitag gefunden und zur Rechenschaft gezogen seien, sagte Obama.

Der Versuch eines 23-jährigen Nigerianers, ein Flugzeug im Landeanflug auf Detroit mit Sprengstoff in die Luft zu jagen, sei "eine ernsthafte Erinnerung an die Gefahren, denen wir gegenüber stehen, und an den Charakter derjenigen, die unser Heimatland bedrohen". Obama kündigte weitreichende Maßnahmen an, mit denen die Sicherheit im US-Flugverkehr gewährleistet werden soll. Die Regierung tue nach dem versuchten Anschlag alles in ihrer Macht stehende um sicherzustellen, dass US-Bürger sicher seien.

Obama ordnete eine Überprüfung der Luftsicherheitsbestimmungen und des Warnlistensystems für Terrorverdächtige angeordnet. Darüber hinaus forderte er die für nationale Sicherheit zuständigen Beamten auf, den Druck auf Terroristen aufrecht zu erhalten, die die USA angreifen wollten.

Obama unterbrach für die Erklärung seinen Urlaub zum Jahreswechsel auf Hawaii, auch, um die Handlungsbereitschaft seiner Regierung zu demonstrieren. Er war nach dem Vorfall wegen des Krisenmanagements seiner Regierung und der mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in die Kritik geraten. Die oppositionellen Republikaner kritisierten überdies, dass der Präsident sich mehrere Tage lang nicht persönlich zu dem Anschlagsversuch äußerte.

Heimatschutzministerin Janet Napolitano räumte inzwischen ein, dass Schutzvorkehrungen versagt hätten. Das Nationale Terrorabwehrzentrum der USA hatte es offenbar zugelassen, dass der terrorverdächtige Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab trotz Warnungen sein Einreisevisum behalten durfte.

Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums teilte mit, die US-Antiterror-Behörden hätten die Information über Abdulmutallab am 20. November erhalten – einen Tag, nachdem sein Vater die US-Behörden über die extremen religiösen Ansichten seines Sohnes gewarnt hatte. Die Informationen seien aber nicht ausreichend gewesen, ihm das Visum wieder zu entziehen, sagte Ministeriumssprecher Ian Kelly.

Die Behörden erhielten tausende negative Informationen über angebliche Verdächtige, und die seien nicht immer zutreffen. Abdulmutallab habe 2008 ein zwei Jahre gültiges Visum erhalten. Er habe Geld vorweisen können, eine angesehene Schule besucht und die USA bereits zuvor besucht.

Zu dem versuchten Anschlag bekannte sich das Terrornetzwerk al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. Es handele sich um Vergeltung für eine US-Aktion gegen die Organisation im Jemen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Abdulmutallab habe sein Vorgehen mit Mitgliedern der Organisation koordiniert. Er hatte bereits unmittelbar nach der Tat erklärt, im Auftrag von al-Qaida zu handeln.

Quelle: AP/AFP/Reuters/cn
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