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28.12.09

"Zwangsrückkehr"

4000 Hmong ins kommunistische Laos deportiert

In Deutschland ist die Volksgruppe Asien-Experten und den Zuschauern des Eastwood-Films Gran Torino bekannt: die Hmong. Sie bildeten zu Zeiten des Vietnamkrieges eine von der CIA finanzierte Untergrundarmee. Nun schiebt Thailand 4000 Hmong-Flüchtlinge ins kommunistische Laos ab. Die UN spricht von "Zwangsrückkehr".

© dpa
Trotz Protesten: Thailand deportiert Hmong-Flüchtlinge nach Laos

In einem generalstabsmäßig vorbereiteten Militäreinsatz hat Thailand am Montag mehr als 4000 Angehörige der Volksgruppe der Hmong in das Nachbarland Laos abgeschoben. Binnen weniger Stunden wurden 4371 Hmong in Lastwagen und Bussen aus dem Lager Huay Nam Khao im Nordosten Thailands abtransportiert, wie der zuständige Oberst mitteilte. International wurde die Aktion scharf kritisiert.

Die Hmong leben zum Teil seit 30 Jahren in Thailand. Allerdings vereinbarte Thailand mit Laos, dass sie bis zum Ende dieses Jahres in die Heimat zurückgebracht werden sollten. Viele Hmong müssen jedoch befürchten, im kommunistisch regierten Laos drangsaliert zu werden, da sie während des Vietnam-Kriegs an der Seite der USA gegen die Kommunisten kämpften.

Die thailändische Regierung betrachtet die Hmong als illegale Einwanderer. Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) appellierte schon in der vergangenen Woche an die Regierung in Bangkok, auf die "Zwangsrückkehr" zu verzichten. Jede Rückkehr müsse "freiwillig" erfolgen, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hatte im Vorfeld von einem "sehr schlechten Beispiel" für die Weltgemeinschaft gesprochen und erklärte am Montag, ein Teil der Hmong habe Anspruch auf Schutz durch die Weltgemeinschaft.

"Es gab keinen Widerstand"

Die Europäische Union verurteilte die Abschiebung, durch die das Völkerrecht verletzt werde. Die US-Regierung kritisierte die Abschiebung als "ernsthafte Verletzung" der internationalen Menschenrechte. Washington fordere Bangkok auf, den Einsatz zu beenden, hieß es in einer Erklärung von Außenamtssprecher Ian Kelly. Darin forderten die USA zugleich Laos auf, die Hmong menschenwürdig zu behandeln und internationalen Beobachtern Zugang zu gewähren.

Die Journalisten wurden daran gehindert, sich vom zwölf Kilometer entfernten Lagezentrum Khek Noi direkt in das Flüchtlingslager zu begeben. Rund 5000 Soldaten, Beamte und zivile Helfer waren im Einsatz. Dem thailändischen Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva zufolge verlief die Abschiebung reibungslos. "Es gab keinen Widerstand", sagte er.

Laut Oberst Thana Charuvat, der die Abschiebung koordinierte, sicherte Laos den Anführern der Hmong Amnestie zu. Seit 1975 wird Laos von Kommunisten regiert. Das südostasiatische Land mit einer Bevölkerung von knapp sechs Millionen Menschen hat sich international stark isoliert. Armut und Mangelernährung sind weitverbreitet. In den vergangenen Jahren näherten sich die Regierungen in Bangkok und Vientiane einander an.

Vor dem Hintergrund einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit will Thailand nicht länger den Eindruck vermitteln, den Hmong Zuflucht zu gewähren. Diese hatten zu Zeiten des Vietnamkrieges eine Untergrundarmee gebildet, die vom US-Geheimdienst CIA finanziert wurde. Die Hmong werden auch als Amerikas "forgotten allies" ("vergessene Verbündete") bezeichnet. In den USA leben zehntausende Hmong-Flüchtlinge.

Quelle: AFP/str
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